Erinnerung an die Befreiung von der Naziherrschaft in Wegberg

Gedenkfeier : Einsatz für mehr Toleranz ebenso wichtig, wie der Einsatz fürs Klima

In Erinnerung an das Kriegsende vor 74 Jahren und den Tag der Befreiung von der Naziherrschaft kamen Schüler der weiterführenden Schulen, Vertreter der Vereine, des Rates und der Verwaltung auf dem Rathausplatz zusammen.

Der stellvertretende Bürgermeister Georg Schmitz und die Schüler Felix Grosch und Stella Morreale erinnerten in ihren Wortbeiträgen daran, dass das Kriegsende nicht immer als Befreiung angesehen wurde, sondern als Niederlage. Ein Wendepunkt sei die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im Jahre 1985 anlässlich des 8. Mai gewesen, der vom „Tag der Befreiung“ sprach. Seitdem hat sich die Gedenkkultur geändert.

Doch der Appell, die Augen offen zu halten und sich nicht den Parolen der Populisten hinzugeben, ist so aktuell wie damals. Schmitz verwies auf den Gedenkstein, der auf Initiative der Schüler vor fünf Jahren auf dem Rathausplatz eingelassen wurde. „Frag nicht, was du getan hättest, frag dich: was werde ich tun“ lautet die Inschrift der Platte, die im Alltag oft übersehen wird. Er ist Ausgangs- und Zielpunkt der Route gegen das Vergessen, die neun Stationen umfasst.

Neben dem Engagement für die Zukunft und das Klima sei es auch wichtig, aus der Vergangenheit zu lernen, ihrer zu gedenken und daraus Schlüsse zu ziehen, betonte Schmitz. Auch die beiden Schüler Stella Morreale und Felix Grosch von der Edith-Stein-Realschule stellten Bezüge zur Gegenwart her und wiesen auf die Verantwortung jedes Einzelnen hin, sich gegen Intoleranz und Hass einzusetzen.

(hewi)
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