Heinsberg: Enten und Schwäne sterben an Clostridien

Heinsberg: Enten und Schwäne sterben an Clostridien

Bei Wolfgang Paulus, Leiter des Sozial- und Ordnungsamtes der Stadt Heinsberg, klingelte in den vergangenen Tage ständig das Telefon. Hunderte besorgte Bürger erkundigten sich, warum am Lago Laprello so viele Enten sterben. Ist die Wasserqualität etwa nicht gut?

Die Wasserqualität ist „gut und völlig unbedenklich“, sagt Paulus. Einmal im Monat werde sie überprüft. Die letzte Probe wurde am 3. August genommen und ausgewertet. Das können Bürger nachlesen, denn am Bootshaus hängen als Reaktion auf die vielen Anrufer jetzt die aktuellen Laborergebnisse aus. Trotzdem sind zwölf Enten, Schwäne, Haubentaucher und andere Seebewohner in den vergangenen Wochen gestorben.

„Was ist da los?“, fragte sich die Heinsbergerin Veronika Busch, die regelmäßig mit ihrem Hund am Lago spazieren geht. Liegt es daran, dass Menschen die Tiere füttern? Die „Clostridien“ sind schuld. Das liest sie bei Facebook — und ärgert sich, dass das Ordnungsamt nicht darüber informiert. Clostridien sind Bakterien, die sich besonders gut in sauerstoffarmen und warmen Bereichen vermehren.

„Das Bakterium bringen die Vögel selbst mit in den See“, sagt Ulrich Hollwitz, Pressesprecher des Kreises Heinsberg. Es gelange mit ihrem Kot ins Wasser. Besonders in den geschützten, schlammigen Bereichen des Ufers, dort wo die Enten gründeln, findet es sich. „Das heißt nicht, dass der ganze Lago davon betroffen ist“, sagt Hollwitz. Hunde seien laut Veterinärsamt nicht gefährdet, selbst wenn sie einen an Clostridien gestorbenen Vogel verspeisen.

Das Ordnungsamt kontrolliert jeden Tag gegen 9.30 Uhr das Gewässer. Tote Tiere werden dann herausgefischt und zum Abdecker gebracht. Allerdings kann das Ordnungsamt nicht rund um die Uhr Patrouille laufen. „Wir sind sehr dankbar über Hinweise von Bürgern“, sagt Paulus. Wenn er einmal nicht unter Telefon 02452/14164 zu erreichen ist, nimmt auch sein Kollege Hubert Jakobs unter Telefon 02452/14166 Anrufe entgegen.