Ensemble Aghani spielt ums Überleben

Konzert : Weltmusik erfüllt den Heinsberger Dom

m Herbst 2016 wurde für die Region Heinsberg vom katholischen Forum Mönchengladbach-Heinsberg ein sogenanntes Weltmusikprojekt für Flüchtlinge gestartet und unterstützt. Künftig muss es auf eigenen Füßen stehen.

Grund genug für dessen Leiterin Agnes Erkens, in einem Benefizkonzert um Spenden zu werben, damit dieses Projekt, in dem Flüchtlinge aus ganz unterschiedlichen Ländern auf typischen Instrumenten ihrer Heimat miteinander musizieren, weiterhin bestehen kann.

Propst Markus Bruns freute sich sehr, dazu die Musiker aus dem Irak, aus Syrien und aus der Türkei zusammen mit Agnes Erkens, selbst Musikerin und Gesangspädgagogin, in der Kirche St. Gangolf in Heinsberg begrüßen zu können. Zuvor hatte zunächst Adnan Schanan die Zuhörer schon vom Hochaltar aus mit einer Ney genannten orientalischen Langhalsflöte auf dieses besondere Konzert eingestimmt, ebenso wie weitere Mitglieder des Ensembles mit Namen Aghani, die sich an verschiedenen Stellen in dem Gotteshaus platziert hatten und mit Improvisationen ihrer Stimmen überraschten.

Es folgten vier weitere Programmteile, jeweils geleitet von Mitgliedern des Ensembles. Den ersten gestaltete Agens Erkens selbst mit ihrem Gesang. „Ondas do mar“, hieß das erste Lied, das mit einer Frage umschrieben war: „Wellen des Merres, habt ihr meinen Freund gesehen?“, lautete sie. Agnes Erkens widmete es allen Menschen, die bei ihrer Flucht im Meer ums Leben gekommen sind.

Mit „Los bilbilicos“ folgte eine traditionelles Ladinolied. „Die Nachtigall singt mit Seufzern der Liebe“, war es in Deutsch beschrieben. Im zweiten Teil präsentierte Waqed Saadi (Gesang, Langhalslaute Saz und Rahmentrommel Def) traditionelle syrische Lieder, in denen er die Zerstörung und die Liebe thematisierte und bei einem Lied über die Hoffnung von der befreundeten Sängerin Khamlin Djodja unterstützt wurde.

Im dritten Teil ließen Erdal Aslan (verschiedene Lauten), Waqed Saadi und Adnan Schanan mit einem syrisch-türkischen Lied verschiedene Sprachen quasi in einem Stück zusammenfließen und sangen ein weiteres, türkischen Liebeslied über blaue Augen. Weitere traditionelle, syrische Lieder präsentierte schließlich Zakeya Mohammed (Saz). Aktiver Musiker im Ensemble war zudem Yussuf Mohammad (Gitarre). Mit stehenden Ovationen dankten die Zuhörer den Musikern. Sie hatten sich auf diese für sie meist unbekannten und außergewöhnlichen Klänge eingelassen und so mit ihren Sinnen ein Gefühl für die Kultur der Musiker entwickelt. Die Mitglieder des Ensembles Aghani freuten sich sichtlich und bedankten sich in ihrer Zugabe mit einem Lied über die Rose.

Wer das Ensemble unterstützen möchte, erhält weitere Informationen bei der Projektleiterin, E-Mail agnes.erkens@t-online.de.

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