Engagement von sechs Stadtverordneten mit dem Ehrenring gewürdigt

Stadt Hückelhoven : Engagement mit dem Ehrenring gewürdigt

Die Stadt Hückelhoven hat sechs Stadtverordnete für ihr 20 Jahre währendes Engagement als Mitglieder des Rates der Stadt geehrt und ihnen in einer Feierstunde im Foyer des Schulzentrums in Ratheim den Ehrenring der Stadt Hückelhoven in Gold verliehen.

Wer sich dafür entscheidet, auf kommunaler Ebene, also in seiner Heimatstadt und seinem näheren privaten Umfeld, Politik mitzugestalten und sich dafür in den Rat der Kommune wählen lässt, weiß, worauf er sich einlässt: Es ist gerade heute nicht immer ein Zuckerschlecken. Neben dem Beruf und den familiären Verpflichtungen muss dafür Kraft, Energie und vor allen Dingen auch Zeit aufgewendet werden, um das Mandat verantwortungsvoll ausfüllen zu können. Außer den paar Euro Sitzungsgeld gibt’s dafür nichts – das Mandat als Stadtverordneter ist ein Ehrenamt. Die Stadt Hückelhoven ehrte sechs Stadtverordnete und verlieh ihnen den Ehrenring der Stadt Hückelhoven in Gold. Vor den sechs jetzt Geehrten haben in den 50 Jahren der Stadtgeschichte erst 15 Stadtverordnete diese Auszeichnung erhalten.

Bürgermeister Bernd Jansen zitierte in seiner Laudatio auf die sechs geehrten Stadtverordneten auch den Soziologen Max Weber: „Politik bedeutet ein starkes, langsames Durchbohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich.“ Diese Beharrlichkeit gepaart mit dem Sinn für das Machbare hätte, so Jansen weiter, die jetzt Geehrten seit zwei Jahrzehnten im Stadtrat praktiziert: „Sie haben sich für wegweisende Projekte stark gemacht sowie an zahlreichen Beschlussvorlagen und Anträgen mitgestrickt, viele Entscheidungen getroffen, die die Lebensqualität für die Bürger verbessert und den Standort Hückelhoven verbessert haben.“ Als Beispiele nannte Jansen „die Bewältigung des Strukturwandels, die Schaffung von Arbeitsplätzen, aber auch zum Beispiel die Schaffung des eigenen Jugendamtes“.

Gerade auch beim letzten von Jansen genannten Beispiel, aber auch bei der Einführung der Gesamtschule gab es im Stadtrat erhebliche Auseinandersetzungen, prallten die Meinungen der verschiedenen Parteien teilweise heftig aufeinander. „Sie haben mit Leidenschaft debattiert, aber Sie bleiben stets fair gegenüber dem politischen – in Anführungszeichen – Gegner, und Sie haben daran mitgewirkt, gute Kompromisse und sachorientierte Lösungen zu finden.“ Jede Kommune, jede Gesellschaft sei „auf Menschen angewiesen, die sich einbringen und mitwirken, die ihre Zeit, Energie, ihr Wissen, ihr Engagement, ihre Sachkunde, ihre Erfahrung und ihre Fantasie für ihre Mitmenschen einsetzen und loslegen.“ Das, so der Bürgermeister weiter, sei gerade heute, in einer Zeit, in der die gesellschaftlichen Ansprüche sich änderten, in der Pöbeleien, Drohungen und gar Gewalttätigkeiten gegen Kommunalpolitiker massiv zunehmen, besonders wichtig: „Es wird immer schwieriger für die Parteien, engagiertes politisches Personal für kommunalpolitische Mandate und Ämter zu rekrutieren.“

Thomas Schnelle griff in seiner Dankesrede stellvertretend für alle sechs an diesem Tag Geehrten diesen Gedanken auf: „Der Ton in der Gesellschaft und insbesondere in den sozialen Medien wird immer rauer und ist zunehmend nicht mehr von gegenseitigem Respekt geprägt. Auch in Hückelhoven weist die kriminalstatistik in den Jahren 2017 und 2018 je eine Tat gegen einen Kommunalpolitiker und eine Kommunalpolitikerin auf, die mit seinem Amt begründet ist. Und wenn wir das Urteil zu den Beleidigungen gegen die Grünen-Politikerin Renate Künast hören, dann ist dies eine vollkommene Fehlentwicklung, die den Hass in den sozialen Medien legitimiert und verstärkt.“

Wenn auch diese Gedanken durchaus für eine gewisse Nachdenklichkeit bei den geladenen Gästen im Foyer des Schulzentrums sorgten – die Freude bei den Geehrten wie bei den Gästen über die Wertschätzung, die man gegenüber ihrem politischen Engagement damit zum Ausdruck brachte, überwogen bei weitem. Zumal die neuen Ehrenringträger einen Teil des Dankes zurückgaben: Sie hatten eine Spende für das Netzwerk für Kinder in Hückelhoven vorbereitet, die sie Bürgermeister Jansen mit der Bitte um Weitergabe an das Netzwerk überreichten. Der seinerseits bedankte sich bei den Geehrten mit einem ganz persönlichen Geschenk: Jeder der sechs Herren bekam einen formidablen Humpen mit Hilfarther Bier überreicht.