Erkelenz: Elternverein startet zukunftsweisendes Passivhaus-Projekt

Erkelenz: Elternverein startet zukunftsweisendes Passivhaus-Projekt

Am Bauxhof entsteht ein barrierefreies Mehrfamilienhaus in Passivbauweise. Bauherr ist die Vermögensverwaltung B3J Viethen. Beim Spatenstich stellte Architekt Josef Viethen das Bauvorhaben und die Auftraggeber vor. Denn hinter dem ehrgeizigen und zukunftsweisenden Bauvorhaben in der Klimasiedlung steht der Förderverein WoGe, wie Viethen beim Spatenstich betonte.

Drei Jahre lang hatten er und die Mitglieder von WoGe nach einem Weg gesucht, das gemeinschaftliche und inklusive Wohnprojekt in Erkelenz zu verwirklichen. Bei einem Finanzvolumen von über 2,3 Millionen Euro muss man sich schon einige Gedanken zur Finanzierung machen. Möglich wurde diese durch Fördermittel des Landes und KfW-Mittel.

Gemeinsam angepackt: Architekt Josef Viethen (3.v.l.) und künftige Bewohner beim symbolischen ersten Spatenstich. Foto: Helmut Wichlatz

Entstehen sollen zwei Gruppenwohnungen mit insgesamt 14 Apartments sowie zwei Einzelwohnungen und ein Büro, das von der evangelischen Stiftung Hephata Wohnen angemietet wird. In jeder Gruppenwohnung sind zwei Wohnungen für Rollstuhlfahrer geplant. Alle Apartments werden über eine Terrasse oder einen Balkon verfügen. Wohnen sollen dort junge Menschen mit Handicap, die bei weitestgehender Selbstständigkeit trotzdem im Schutz der Gemeinschaft leben sollen.

„Das ist genau das, was wir uns für Erkelenz vorstellen“, erklärte Bürgermeister Peter Jansen. Daher habe die Stadt das Projekt unterstützt und sei nun froh, dass es vorangeht. Auch Viethen lobte die reibungslose und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt.

Erste Gespräche über das Projekt begannen schon im Oktober 2012, wie Hans-Willi Pastors von Hephata betonte. Als Standort eignete sich der Bauxhof ideal, betonte er. Die Betreuungsleistung in dem Wohnprojekt wird von Hephata übernommen. Die Initiative ging von dem Elternverein „WoGe — Wohnen in Gemeinschaft” aus, dessen Vorsitzender Peter Reifferscheidt betonte, dass man das Wort „Woge“ auch weitergehend begreifen könne.

Vielleicht gehe von dem Projekt ja eine Woge aus, die weitere Projekte wie dieses hervorbringt. Durch das Projekt bleibe „Wohnen in der Gemeinschaft“ keine Floskel. Denn es bedeute „mehr als nur ein Dach über dem Kopf“. Davon wird auch Reifferscheidts Tochter Laura profitieren, die zu den zukünftigen Bewohnern des Hauses gehört.

Das Gebäude wird in moderner Passivhausbauweise mit einem hohen Wärmedämmstandard und dreifach verglasten Fenstern sowie einer Wasser- und Erdwärmepumpe und Wärmerückgewinnung sowie einem rollstuhlgerechten Aufzug gebaut.

Für die Betreuung der Bewohner sucht Hephata jetzt Mitarbeiter, wie Dieter Kalesse betonte. Mit der Fertigstellung des Bauvorhabens wird bis Ende 2017 gerechnet.

Beim Spatenstich legten die zukünftigen Bewohner schon kräftig mit Hand an. Eine Überraschung hatte Viethen auch parat. Denn jeder Bewohner bekam eine DVD mit einer Folge der „Sendung mit der Maus“, in der in einfachen Worten erklärt wird, wie ein Passivhaus funktioniert.

(hewi)
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