Wegberg: Einsatzfahrzeug zu groß: Neubau oder Erweiterung für das Gerätehaus?

Wegberg: Einsatzfahrzeug zu groß: Neubau oder Erweiterung für das Gerätehaus?

Die Feuerwehr ist in der Wegberger Kommunalpolitik ein schwieriges Thema. In dem Bemühen, Investitionen mit äußerst knapper Kassenlage in Einklang zu bringen, geraten die Kommunalpolitiker regelmäßig in Verdacht, die ehrenamtliche Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr nicht wertzuschätzen.

Gegenteilige Beteuerungen aus allen Fraktionen werden gemessen an der Bereitschaft, die Investitionen zu finanzieren. Und sicher geht es auch darum, gegenüber der Bezirksregierung Köln feste Entschlossenheit zu signalisieren, auch künftig mit einer Freiwilligen Feuerwehr den Feuerschutz in Wegberg zu garantieren und keine hauptamtliche Feuerwehr — mit allen damit verbundenen Kosten — zu benötigen.

Zwei Monate sind vergangen, seit die Wegberger Kommunalpolitik 90.000 Euro Mehrkosten bei der Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Klinkum absegnete, die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 425.000 Euro. Diese Baumaßnahme wird noch in diesem Jahr fertiggestellt, teilte die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des zuständigen Fachausschusses mit.

Anstehende Projekte

Hier ging es auch gleich um das nächste Projekt: die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Moorshoven. Das in „naher Zukunft“ anzuschaffende neue Löschgruppenfahrzeug passt aufgrund seiner Abmessungen allerdings nicht in die vorhandene Fahrzeughalle.

Separate Umkleide- und Sanitärräume nach Geschlechtern getrennt, ein Lager- und ein Werkraum seien dringend nötig, eine vorschriftsmäßige Abgas-Absauganlage für das Einsatzfahrzeug soll endlich eingebaut, der Schulungsraum vergrößert werden. 90 Quadratmeter sollen hinzukommen.

Hinzu kommen 50.000 Euro Honorarkosten für Architektenleistungen, die extern vergeben werden sollen.

Ursprünglich sollte der Fachbereich Gebäudewirtschaft die Umbaumaßnahme selber planen und realisieren. Das sei aufgrund fehlender personeller Kapazitäten nicht möglich, so die Verwaltung. Heinz Nießen (FDP) bereitete die Vorlage „Bauchschmerzen“. „Für 90 Quadratmeter geben wir fast eine halbe Million aus“, verwies er auf die Mahnungen der Kämmerin im Vorbericht zum Etat 2018, die Konsequenz in den Sparbemühungen fordert.

Neubau im Gespräch

Sein Lösungsvorschlag: Abriss und Neubau einer Halle in Industriebauweise. Damit hätten andere Kommunen gute Erfahrungen gemacht.

Über eine „schlüsselfertige Vergabe“ nachzudenken, um Kostenexplosionen zu vermeiden, regte Petra Otten (CDU) an.

Die hohen Architektenkosten veranlassten Elke Höhne von den Freien Wählern zu mehrfachen kritischen Nachfragen.

„Würde es da nicht lohnen, den Fachbereich Gebäudewirtschaft mit einem zusätzlichen Architekten zu verstärken?“, suchte Mark Bonitz (SPD) eine Lösung für das Problem. Wie wichtig es sei, die Feuerwehr auf dem neuesten technischen Stand zu halten, betonte Bürgermeister Michael Stock. Eine Entscheidung über den Verwaltungsvorschlag sei deshalb dringend nötig.

Einstimmig erteilte der Ausschuss sein Votum, die Erweiterung oder den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Moorshoven zu planen und zu realisieren, wobei alle in der Sitzung genannten Alternativen beleuchtet werden sollen.