Kreis Heinsberg: Einen wahren Trommelorkan entfacht

Kreis Heinsberg : Einen wahren Trommelorkan entfacht

Eine Woche lang weilte eine Gruppe junger Menschen im Alter von 18 bis 23 Jahren aus Russland auf Einladung des Vereins „Jugend aktiv“ im Kreis Heinsberg. Diese internationale Jugendbegegnung, die in Zusammenarbeit mit der Jugendmusikschule Heinsberg verwirklicht wurde, stand ganz im Zeichen der Musik.

Die russischen Jugendlichen gehören einer Musikschule in Arsamas (rund 500 Kilometer östlich von Moskau) an und sind dort seit drei Jahren zusammen. Es war ihr erster Deutschland-Besuch und gleichzeitig ihr erster internationaler Auftritt.

Trommelpower ohne Ende: Die jungen Damen aus Arsamas begeisterten beim Konzert in der Mehrzweckhalle von Gangelt-Birgden. Foto: agsb

Untergebracht waren die Jugendlichen in der Sporthalle der Heinsberger Realschule Im Klevchen, wobei die angrenzenden Räumlichkeiten der Jugendmusikschule als Mensa und Aufenthaltsräume mit einbezogen wurden.

Willi Engels, Vorsitzender des Vereins „Jugend aktiv“, dankte nicht nur der Stadt Heinsberg für die unkomplizierte Zusammenarbeit und dankte auch der Jugendmusikschule. Theo Krings war nicht nur bei einigen gemeinsamen Proben der russischen Gäste mit Mitgliedern der Jugendmusikschule dabei, auch die Instrumente wurden für die Gäste bereitgestellt.

Dass das Trommelspielen im Mittelpunkt ihrer Ausbildung steht, demonstrierten die russischen Gäste sehr eindrucksvoll beim Konzertspiel in Gangelt-Birgden. Dort feierte das Tambourcorps seinen 90. Geburtstag. Im Rahmen des Hüttenabends in der Mehrzweckhalle spielten die russischen Gäste auf. Es folgte ein besonderer russischer Trommelwirbel zum Jubiläum: Ein wahrer Trommlerorkan fegte durch die Halle mit teilweise fliegenden Wechseln an den Trommelinstrumenten. Mit eingebunden im Konzertspiel waren auch einige Mitglieder der Jugendmusikschule. Die Gäste aus Arsamas überraschten auch durch ein Gesangssolo. Die 18-jährige Kristina Obukhova bewies Gesangstalent mit ihrer exzellenten Stimme. Ein Balalaika-Spieler sorgte für weitere Applauswellen: Pjtor Tulyakov ist als Musiklehrer an der Schule tätig, machte sich als außergewöhnlicher Balalaika-Spieler im Ausland einen Namen und lief auch in Birgden zur Höchstform auf.

Den russischen Gästen wurde bei ihrem Aufenthalt in Deutschland ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Unter anderem stand ein Empfang beim Schirmherrn der Begegnung, dem Heinsberger Bürgermeister Wolfgang Dieder, auf dem Programm; ebenso eine Fahrt durch das Dreiländereck Deutschland / Niederlande / Belgien. Das Kistenklettern in der Turnhalle sorgte für Nervenkitzel; dabei war die Freiwillige Feuerwehr ein weiterer optimaler Partner. Kurzfristig wurde eine Fahrt nach Köln organisiert. Dort wurde zusammen mit den deutschen Jugendlichen der Kölner Dom im wahrsten Sinne des Wortes erklettert. Und der Besuch des Schokoladenmuseums in der Domstadt war für alle ganz besonderer Höhepunkt. Shopping stand besonders bei den jungen Mädels aus Arsamas im Mittelpunkt.

Einkaufstour

Vorsitzender Willi Engels marschierte an einem Nachmittag mit der Gruppe von der Turnhalle am Klevchen aus Richtung Lago, die Tour führte über Schleichwege an der City vorbei. Als jedoch auf dem Rückweg die Innenstadt entdeckt wurde, war die Gruppe im Handumdrehen gesprengt, alle schwirrten aus und gingen auf Einkaufstour.

Abends waren in der Mensa Gesprächsgruppen angesagt. „Das Wichtigste aus meiner Sicht war, dass die Jugendlichen aus Arsamas und aus dem Kreis Heinsberg sehr schnell Kontakt miteinander ­geknüpft haben und trotz aller Sprachprobleme stets gut miteinander klar kamen. Dabei ist auch viel über Schule, Freizeit, Berufsperspektiven hier wie dort gesprochen worden“, blickte Willi Engels zurück und freute sich über die Dankesworte der russischen Gäste.

Emotional wurde es beim Abschlussabend; ein Abschied fällt immer schwer. Doch es wurde schon ein Gegenbesuch für 2015 in Russland vereinbart.

Vorsitzender Willi Engels dankte seinem Team für die Mithilfe. Ein besonderer Dank galt Uwe Frohnert aus Kirchhoven und Toni Jansen aus Langbroich-Schierwaldenrath, beide waren die Hauptbetreuer.

(agsb)
Mehr von Aachener Zeitung