Heinsberg: „Eine (Musik)Schule für alle“ bietet jungen Musikern eine Bühne

Heinsberg: „Eine (Musik)Schule für alle“ bietet jungen Musikern eine Bühne

Ganztagsschule mit Unterricht bis in den späten Nachmittag, dazu G8 mit Abitur nach acht Jahren: Da bleiben Freizeitbeschäftigungen wie etwa die Musik oft auf der Strecke. Ein neues, gemeinsames Projekt mit Namen „Eine (Musik)Schule für alle“, kurz „EMSA“ genannt, will da jetzt Abhilfe schaffen.

Musikunterricht soll dabei in den Schulalltag integriert werden. Das neue Projekt baue auf einem Vorgänger auf, der sich unter dem Motto „IGU — Instrumental Gemeinsam Unterwegs“ vor allem dem Thema Gruppenunterricht gewidmet habe, erklärt Prof. Ursula Schmidt-Laukamp von der Hochschule, die am Mittwoch mit ihrer Mitarbeiterin Stephanie Buyken zum offiziellen Start des Projekts ins Heinsberger Kreisgymnasium gekommen war.

Heinsberg ist neben Köln und Bonn einer von landesweit drei Standorten des neuen Projekts und hat die Besonderheit, dass neben der Jugendmusikschule mit der städtischen Realschule und dem Kreisgymnasium gleich zwei allgemeinbildende Schulen beteiligt sind. Dass die Wahl des gewünschten ländlichen Standorts auf Heinsberg fiel, kommt nicht von ungefähr, wenn Schmidt-Laukamp betont, dass man auf der Suche nach einer Musikschule gewesen sei, die selbst innovativ und immer offen für Neues sei. Genau dafür ist die Jugendmusikschule Heinsberg bekannt.

Ein Jahr lang hat ein sogenanntes Kernteam mit Vertretern aller Schulen Vorbereitungsarbeit geleistet. Dazu gehörten neben den drei Schulleitern und den beiden Vertreterinnen der Hochschule von der Jugendmusikschule die Lehrer Johanna Peiler, Jörg Hartig und Dorothee Broichhausen, von der Realschule Lehrer Arno Schmitz, vom Kreisgymnasium die Lehrerinnen Ute Diehl und Susanne Schael sowie die Schüler Yannik Veltjens und Marie-Christin Krautschick.

Am Mittwoch nun gaben Lehrer und Schüler in der Pause gemeinsam den offiziellen Startschuss, als sie das Band zur Bühne im Pädagogischen Zentrum durchschnitten. Und hier präsentierten Schüler des Kreisgymnasiums sich zusammen mit ihren Musiklehrern Jacqueline Nelissen und Jörg Hartig im Chor oder an der E-Gitarre dem Publikum, zu dem neben Schülern und Lehrern auch Vertreter von Kreis und Stadt Heinsberg gehörten.

„Open Stage“ heißt dieser erste Baustein im Heinsberger Projekt. Diese für alle Schüler offene Bühne soll es künftig einmal im Monat im Kreisgymnasium geben. Dort können sich dann alle Schüler als Musiker ihrem Publikum präsentieren. Und auch ein zweiter Baustein ist schon unterwegs. Einmal wöchentlich soll es nach den Herbstferien eine sogenannte Musizierpause im Gymnasium geben. In der Realschule laufen derzeit noch die Überlegungen des Kernteams zur konkreten Umsetzung. Schritt für Schritt sollen im Laufe der Zeit gemeinsam weitere Bausteine konzipiert, modelliert und immer weiter optimiert werden.

Fördergelder fließen in dem Projekt nicht. Allerdings finanzieren die beiden Ministerien in der Hochschule noch für zwei weitere Jahre zwei halbe Stellen, die das Projekt begleiten werden. „Wir werden das Projekt dokumentieren, auf einer Internetseite und auch in Buchform“, so Schmidt-Laukamp.

So sollen die einzelnen, an den drei Standorten entwickelten Bausteine in der Zukunft auch von anderen Schulen in ihrer Kooperation mit Musikschulen genutzt werden können. „Und warum soll es in Zukunft hier in Heinsberg nicht einmal ein gemeinsames Ensemble mit allen drei Schulen geben?“, blickt Theo Krings, der Leiter der Jugendmusikschule Heinsberg, schon weiter in die Zukunft. Der Campus-Charakter von Jugendmusikschule, Realschule und Kreisgymnasium quasi gleich nebeneinander biete sich doch für diese Zusammenarbeit geradezu an.

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