Einbruch in Heinsberger Tankstelle: Täter fliehen über Autobahnen

Nach Einbruch in Tankstelle : Spektakuläre Verfolgungsjagd endet mit Verhaftung

Eine spektakuläre Verfolgungsfahrt über mehrere Autobahnen nach einem Einbruch in eine Tankstelle endete am Mittwoch mit einer Festnahme im niederländischen Beek.

Gegen 4.15 Uhr waren zunächst unbekannte Täter in eine Tankstelle an der Heinsberger Straße in Wegberg-Wildenrath eingedrungen. Aus den Geschäftsräumen stahlen sie nach ersten Erkenntnissen diverse Tabakwaren und flüchteten anschließend mit einem Pkw in Richtung Arsbeck/Bundesstraße 221.

Zeugen bemerken die Tat

Was zunächst eher ohne großes Aufsehen erfolgte, sollte sich noch zu einer rasanten Jagd durch die ganze Region auswachsen, denn Zeugen hatten die Tat bemerkt und die Polizei informiert. Auch das Fluchtfahrzeug konnten sie als silbernen Ford Mondeo Kombi beschreiben. Ebenso nannten sie ein Kennzeichenfragment. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung, die auch auf benachbarte Behörden und die Niederlande ausgeweitet wurde, fiel Beamten der Viersener Polizei das Täterfahrzeug in Niederkrüchten im Kreis Viersen auf. Auch die Täter hatten dies offenbar bemerkt. Der silberne Mondeo flüchtete sofort auf die Autobahn und der Streifenwagen nahm die Verfolgung auf.

Die Fahrt ging über verschiedene Autobahnen in Richtung Krefeld. Dabei waren mehrere Streifenwagen unterschiedlicher Behörden und auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt. Erste Versuche, den Ford auf der Autobahn anzuhalten, scheiterten jedoch. Der Fahrer des Mondeo wechselte rücksichtslos die Fahrspuren und fuhr mit hoher Geschwindigkeit weiter. Er lenkte den Wagen dann von der A 57 auf die Autobahn Richtung Duisburg und an der Ausfahrt Rheinhausen in das Stadtgebiet Duisburg. Dann fuhr er auf die A 3 in Richtung Arnheim.

Bei einem erneuten Versuch, den Mondeo anzuhalten, rammte dessen Fahrer kurzerhand einen Streifenwagen, um zu entkommen. Kurz vor der Landesgrenze zu den Niederlanden verließen die Täter die A 3 an der Ausfahrt Elten und fuhren über Landstraßen weiter in Richtung Niederlande.

Nach dem Grenzübertritt schlossen sich niederländische Streifenwagen der Verfolgung an. Getreu dem Motto „viele Jäger sind des Hasens Tod“ konnte der Ford nahe der Ortschaft Beek in Holland gegen 6 Uhr schließlich gestoppt werden. Dabei kam es zur Kollision zwischen dem Mondeo und einem Streifenwagen aus Viersen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.

Einschlägig bekannt

Die niederländischen Kollegen nahmen die Insassen, zwei aus Polen stammende Männer im Alter von 37 und 47 Jahren, fest. Sie sind der Polizei einschlägig wegen Einbruchsdelikten bekannt und haben keinen festen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. Nach ersten Erkenntnissen wurde das an dem Ford Mondeo angebrachte Kennzeichen zuvor im Kreis Heinsberg gestohlen. Im Wagen wurden Einbruchswerkzeug sowie Tabakwaren gefunden und sichergestellt. Die Ermittlungen dauern zurzeit weiter an.

Auslieferung beantragt

Zwischenzeitlich hat die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach einen Haftbefehl und die Auslieferung nach Deutschland beantragt. Für die Polizei auf beiden Seiten der Grenze wird das Ergebnis der Fahndung eindeutig als Erfolg verbucht, denn es zeigte sich erneut bei diesem Einsatz, wie gut und effizient die Zusammenarbeit der deutschen und der niederländischen Polizei funktioniert.

(red/pol)
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