Wassenberg: Ein Ton-Archiv soll die Wassenberger Mundart erhalten

Wassenberg: Ein Ton-Archiv soll die Wassenberger Mundart erhalten

Für Walter Bienen ist die Wassenberger Mundart die Sprache seines Herzens. Die Sprache der Region. „Und ich denke, diese gilt es zu bewahren“, sagt der im Heimatverein Wassenberg zuständige Mann für die Mundartpflege.

Wurde früher am Niederrhein und in fast allen Gebieten Deutschlands nur „platt“ gesprochen, seien diejenigen, die die Sprache heute noch beherrschten schon fast Exoten. „Die Mundart, das Wassenberger Platt, stirbt immer mehr aus“, sagt Bienen. „Auch deshalb, weil sie viele Jahre lang als Sprache der armen, ungebildeten Leute galt“, sagt Karl Lieck, Wassenbergs wohl bekanntester Mundartautor.

Damit die Sprache des Wassenberger Herzens für künftige Generationen nachvollziehbar bleibt, will der Heimatverein vorsorgen. Das Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn des Landschaftsverbandes Rheinland verfügt über ein umfangreiches Archiv, in dem unter anderem Tondokumente über regionale Dialekte gesammelt werden. Dort wird künftig auch Wassenberger Mundart für die nachfolgenden Generationen festgehalten.

Der Heimatverein wird dem Landschaftverband zwei Video-Aufzeichnungen von den Plattdeutschabenden 2012 und 2013 zu wissenschaftlichen Zwecken zur Verfügung stellen“, sagt Walter Bienen, der sich freut, dass so das Wassenberger Platt nicht nur gelesen, sondern auch gehört werden kann. Zudem wird eine CD mit Mundartliedern den Besitzer wechseln und in Bonn archiviert. Die Texte dieser Mundartlieder von Karl Liecksind in dem Buch „D‘r Wasseberjer Plattdütschoavend“ abgedruckt.

Diese Textsammlung von Walter Bienen, Wassenberg, wird ebenfalls dem Landschaftsverband Rheinland zur Verfügung gestellt. Um der Nachwelt die einzigartigen Geschichten, Gedichte und Lieder aus dem Wassenberger Land zu erhalten, hat schon Karl Lieck aus Wassenberg zwei Schriftbände unter dem Titel „Wu et Hatt van voll es...“ herausgegeben.

Auch diese werden künftig im Archiv zu finden sein. „Auf diese Weise werden umfangreiche Plattdeutsch-Dokumente in einem zentralen Archiv all denen zur Verfügung stehen, die sich wissenschaftlich mit den Dialekten im Rheinland beschäftigen“, sagt Bienen.

Bleibt nur zu hoffen, dass die künftigen Generationen CD-Player und DVD-Spieler kennen.