Wegberg/Wassenberg: Ein Tag, der Begegnungen ermöglicht: Feier im Flüchtlingsheim

Wegberg/Wassenberg: Ein Tag, der Begegnungen ermöglicht: Feier im Flüchtlingsheim

An Tagen wie diesen sind die Kinder in ihrem Element. Lebhaft und fröhlich geht es zu auf dem Gelände des Flüchtlingswohnheimes in Arsbeck, Nordstraße 100. Wuselndes Getümmel an der Hüpfburg, das immer dann unterbrochen wird, wenn der blaue Traktor um die Ecke biegt.

Sein Tuckern gibt das Signal, die Hüpfburg eilig zu verlassen, um vielleicht diesmal das Glückskind zu sein, das hoch oben auf dem Gästesitz Platz nehmen darf, um eine Runde mit Erwin Ciupka zu drehen. Einmal die Nordstraße rauf und runter — als einziger Fahrgast, exklusive Reise sozusagen. Und obwohl er unermüdlich seine Runden dreht, gibt es doch immer noch jemanden, der ihn sehnsüchtig erwartet.

Zum Fest der Begegnung hatten die Katholische Pfarrgemeinde St. Martin und die evangelische Kirchengemeinde Wegberg und Wassenberg gemeinsam mit den Bewohnern der Nordstraße 100 eingeladen. „Schön, dass so viele Besucher den Weg hierher gefunden haben“, freut sich Willibert Jansen von der katholischen Pfarrgemeinde über wahre Besucherströme.

Auch Steffi Röder, die sich unter anderem ehrenamtlich im Sprachcafé engagiert, lässt den Blick zufrieden über die nicht enden wollende Schlange der Hungrigen am Buffet gleiten. Hier riecht es verführerisch nach Köfte, mazedonischer Moussaka und gefüllten Weinblättern — Köstlichkeiten aus fernen Ländern haben die Flüchtlinge für ihre Gäste gekocht. „Vielleicht führt die heutige Begegnung ja zu regelmäßigen Kontakten“, hofft Steffi Röder. „Wir könnten Ehrenamtliche, die einfach nur kommen, um sich mit den Bewohnern zu unterhalten, wirklich gut brauchen. Es fehlt oft schlicht an Gelegenheiten, deutsch zu sprechen.“

Alle Beteiligten sind sich einig in ihrer Einschätzung, dass die Flüchtlingsarbeit an Präsenz verloren habe und die Welle der Hilfsbereitschaft abebbe. Dennoch haben sie keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Ehrenamtlerin Ingrid Bremer hat kürzlich für eine Familie mit fünf Kindern bezahlbaren Wohnraum organisieren können, Willibert Jansen einen Ausbildungsplatz für einen jungen Mann ergattert und Steffi Röder begrüßt freudestrahlend die Syrerin Yussra, eine ehemalige Bewohnerin der Nordstraße, die inzwischen in Oberhausen lebt. Das sind gute Nachrichten und Gründe zu jubeln — an Tagen wie diesen.

Bundes- und Kommunalpolitik geben sich ein Stelldichein an der Nordstraße. Der Bundestagsabgeordnete Norbert Spinrath (SPD) ist gekommen, die Wegberger Kommunalpolitik wird durch den stellvertretenden Bürgermeister Georg Schmitz (CDU), die Erste Beigeordnete Christine Karneth sowie zahlreiche Mitglieder der Ratsfraktionen repräsentiert. Inzwischen ist auch ein prominentes Fohlen mit der Rückennummer 10 eingetroffen. Jünter, das Maskottchen von Borussia Mönchengladbach ist stets zu Späßen aufgelegt, immer für ein Foto zu haben und ständig von Kindern umringt.

Das Fest der Begegnung hat sein Ziel für heute erreicht: Menschen zusammenbringen, Integration fördern, Miteinander möglich machen. „Denn es sind doch die Begegnungen mit Menschen, die Integration ermöglichen“, meint Willibert Jansen. Nicht nur an Tagen wie diesen.