Ein Symbol für das neue und das alte Hückelhoven

Kunst im Kreisverkehr : Ein Symbol für das neue und das alte Hückelhoven

Die Skulptur des Künstlers Wilfried Kleiber schmückt nun einen Kreisverkehr am Landabsatz. Zwei gleichwertige Säulen repräsentieren dabei Historie und Gegenwart der Stadt.

Eigentlich kommt die Aufwertung des Kreisels vor dem inzwischen im Rohbau stehenden neuen Ärztehaus ein Jahr zu früh. „Weil wir aber in diesem Jahr ,50 Jahre Stadtrechte Hückelhoven‘ feiern, haben wir uns entschieden, die Geburtstagsfeierlichkeiten unserer Stadt einfach mit der Verschönerung des zweiten der insgesamt vier Kreisverkehre Am Landabsatz zu feiern“, erklärte Bürgermeister Bernd Jansen (CDU) den vielen Zuschauern, die am Sonntag zur offiziellen Übergabe der Skulptur gekommen waren die Eile. Wie schon bei der Übergabe des ersten Kreisverkehr-Kunstwerks Am Landabsatz von Gert Jäger vor elf Monaten sorgte die Neusser Kapelle Muckefuck mit beschwingten Dixielmelodien für einen locker-entspannten Rahmen.

Seit einigen Tagen schon steht die fünf Meter hohe, geschwungene Edelstahlskulptur des Gerderather Künstlers Wilfried Kleiber, deren zwei Teile 50 Zentimeter voneinander entfernt stehen, fest montiert mitten auf dem für das neue Gesicht der Stadt Hückelhoven zentralen Verkehrspunkt. Wer den anfährt, hat zwangsläufig die Reste des alten Gesichts der Stadt, den zurzeit zwar verhüllten, demnächst aber wieder als Symbol für die Kohlezeit stehenden und dann frisch aufpolierten, denkmalgeschützten Förderturm auf dem Gelände von Schacht 3 im Blick. „Hier an diesem Ort zeigt sich die Veränderung zur Einkaufsstadt sehr deutlich“, sagte Bürgermeister Jansen. „Der Bergbau, der trotz aller Veränderungen immer ein Teil der Hückelhovener Geschichte bleiben wird, ist dem Handel gewichen.“

Das hat Wilfried Kleiber in seiner Skulptur, die er in rund 600 Arbeitsstunden in seiner Werkstatt in Gerderath vom Anfang bis zur Fertigstellung eigenhändig geschaffen hat, einfangen wollen: Der Teil der Skulptur, der das „neue“ Hückelhoven darstellt, ist geschliffen und poliert, der Teil des „alten“ Hückelhoven pulverbeschichtet. „Die Darstellung soll symbolisieren: Ohne das Eine nicht das Andere“, sagt der Künstler selbst. Die geschwungenen Wellenlinien zwischen den beiden Stahlelementen trennen und verbinden gleichermaßen, sie wecken auch den Eindruck von Bewegung. „Nur wer sich bewegt“, sagt Wilfried Kleiber, „verändert sich und entwickelt sich weiter.“   

Eine kunstvolle Darstellung der Stadt Hückelhoven also: Zwei Teile stehen sich absolut gleichwertig gegenüber. Beim Umschreiten und Umfahren der Objekte an der Schnittstelle von Zukunft und Vergangenheit der Stadt ist immer auch ein Teil des anderen sichtbar.

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