Heinsberg: Ein informativer Tag rund um die Biene

Heinsberg: Ein informativer Tag rund um die Biene

Mehr als 130 Besucher, die sogar aus Luxemburg angereist waren, konnten Stefan und Tanja Drachenberg vom Imkerverein Heinsberg zu ihrem inzwischen 13. Euregionalen Imkertag als offizieller Schulungsstandort des Imkerverbandes Rheinland begrüßen.

Start war traditionell ein Vortrag in der Schafhausener Mehrzweckhalle, zu dem, wie schon in den Vorjahren, Dr. Pia Aumeier von der Ruhruniversität Bochum angereist war. Sie ist zugleich Referentin des Landesverbands Westfälischer und Lippischer Imker sowie des Imkerverbands Rheinland.

Bienenforschung

„Hot oder Schrott — Aktuelles aus der Bienenforschung“ hatte sie ihren Vortrag überschrieben, in dem sie aus ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit berichtete, zahlreiche aktuelle Trends rund um die Imkerei kritisch unter die Lupe nahm und auch für den nicht imkernden Hobbygärtner den ein oder anderen nützlichen Tipp hatte.

„Vor allem gibt es in Deutschland kein Bienensterben“, räumte sie mit einer weit verbreiteten Meinung auf. „Immer wieder sterben einzelne Bienenvölker“, erklärte sie. Dies stehe aber meist im Zusammenhang mit der Problematik der Varroamilbe, die als Parasit weit verbreitet an Honigbienen lebe.

Beim Stichwort Insektenhotel sprach sie eine regelrechte Warnung aus, dieses in einem Baumarkt zu kaufen. Diese Anlagen seien meist industriell gefertigt und könnten Wildbienen sogar ihre Flügel verletzen.

Sie riet ihren Zuhörern, sich auf der Internetseite des Wildbienen-Spezialisten Dr. Paul Westrich unter www.wildbienen.info über die Möglichkeiten des Eigenbaus von Nisthilfen zu informieren.

Wie später auch Drachenberg bat sie eindringlich darum, beim Pflanzen neuer Bäume, Sträucher, Stauden und Blumen immer auch an die Bienen zu denken.

Keine Steingärten

„Vor allem wäre es schön, wenn nicht immer mehr Gartenbesitzer ihre Gärten in Steinlandschaften umwandeln würden“, fügte Drachenberg hinzu. „Pflanzen sind zudem nicht nur für die Bienen, sondern für alle Insekten wichtig.“

Am Nachmittag stand dann ein Besuch im größten Bienenhaus Nordrhein-Westfalens an, in das Stefan Drachenberg die offene Wagenhalle des Kapellchenhofs von Heiner und Rebecca Jaeger in Dremmen kurzerhand umbenannt hatte. Hier informierte Dr. Pia Aumeier anhand der Völker der Drachenbergs über all die Arbeiten, die ein Imker im Frühjahr zu tun hat, „die letzten Schritte bis zur ersten Honigernte und die ersten Schritte mit Blick auf neue Bienenvölker für das Jahr 2019“, so Stefan Drachenberg.

Am Ende der Veranstaltung freute er sich über das Lob der Besucher für den informativen Tag, sogar aus dem Munde erfahrener Berufsimker aus Düren, die ebenfalls nach Heinsberg gekommen waren.

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