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Heinsberg-Schafhausen: Ein Abend voller Texte auf Platt beim Mundarttreff

Heinsberg-Schafhausen : Ein Abend voller Texte auf Platt beim Mundarttreff

Voll besetzt war der Vorraum der Schafhausener Mehrzweckhalle, als Geschäftsführer Hans-Josef Heuter dort zum inzwischen zehnten Mundarttreff des Heimatvereins Schafhausen begrüßte. Nicht nur viele Heinsberger, sondern auch Gäste aus Brachelen waren der Einladung gefolgt.

„Autoren van ‚Oos Platt‘ präsentieren ihre Stöckskes und Geschichten“ war der Abend überschrieben, der vor allem ehemaligen Autoren der Schriftenreihe „Oos Platt“ die Gelegenheit geben sollte, ihre dort veröffentlichten und weitere Texte zu hören.

In Heinsberg aufgewachsen

Überraschungsgast des Abends war Dr. Heinz Hansen aus Wesel, der den Reigen der Vorleser eröffnete. In Heinsberg geboren und aufgewachsen, habe er bis vor drei Jahren im Schwarzwald gelebt, erzählte er. Dennoch habe er sich immer bemüht, seine heimische Mundart nicht zu verlernen, betonte er. Hansen las von Franz Franzen über „Oos Platt“, übers Tanzen unter dem Motto „Komm lott os danze“ oder vom Kartoffelsammeln, vom „Ärpelraape“. Zudem präsentierte er von Karl Bertrams auf Beecker Platt das „Jägerlatien“.

Auch Heuter las einen Text von Bertrams, bevor Theo von Birgelen ein Gedicht vorstellte, dass entstanden sei, als sein Onkel Jakob Tholen im Krankenhaus gewesen sei. Pfarrer Josef Heinrichs berichtete den Zuhörern unter anderem seine Erlebnisse bei der Zerstörung Heinsbergs im November 1944. Magda Hausmann aus Karken las ihre Amsel-Geschichte von „D´r schwatte Mälleng“ und eine Geschichte von Josef Scherrers.

„Ett Fröjoar dat es rondömm schönn“ begann schließlich Anneliese von den Driesch aus Dremmen ihr Liebesgedicht ans Frühjahr. Und schließlich überraschte die 82-Jährige mit einem Ostergedicht, dass sie erste kurz vor der Veranstaltung mal eben schnell aufgeschrieben hatte und das den Titel „Ostere“ trug. „Ostere schteet vör d´Dü-er, dröm kriije ärsch vö-el Eier Klü-er“, bemerkte sie darin schmunzeln zum traditionellen, alljährlichen Färben der Ostereier.

Nicht nur mit weiteren Texten, die der ein oder andere noch für den Abend mitgebracht hatte, sondern auch mit dem Brauch des „Eiertitschens“ beschäftigten sich die Gäste, hatten die Schafhausener doch für bunte Ostereier gesorgt.