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Wassenberg: Ein Abend ganz im Zeichen der heimischen Mundart

Wassenberg : Ein Abend ganz im Zeichen der heimischen Mundart

Ein gemeinsamer Besuch der Heimatvereine aus dem Kreis Heinsberg im Landtag hatte vor zwei Jahren den Anstoß zum gemeinsamen „Plattdütsch-Oavend“ gegeben. „Dat jöw et allwier…“ hieß es am Wochenende bei der zweiten Auflage nach der gelungenen Premiere in Wegberg im vergangenen Jahr.

Zusammengetan zu dieser Jahresveranstaltung zwecks Pflege der heimischen Mundart haben sich der Heimatverein Wassenberg, der Klängerklub Elmpt, der Heimat- und Kulturverein Niederkrüchten, der Heimatverein Erkelenzer Lande, der Historische Verein Wegberg und der Heimatverein Wegberg-Beeck.

In dieser Reihenfolge präsentierten sich diese Vereine auch dem Publikum im Forum der Betty-Reis-Gesamtschule. Zwischendrin gab es Musik von Theo Schläger aus Erkelenz-Lövenich, und dank Projektion der Liedtexte auf eine große Leinwand ein gemeinsames Singen mit dem großen Publikum.

Dafür dankte im Moderator Walter Bienen, stellvertretender Vorsitzender des Wassenberger Heimatvereins, nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Sepp Becker. Theo Schläger sei in der Region so etwas wie der „plattdeutsche Elton John“, sagte Bienen.

Den Programmteil des Wassenberger Heimatvereins eröffnete Karl Lieck, am Akkordeon begleitet von Hilde Eraerds, mit dem Lied „Wassberch und dröm eröm“, in dessen Refrain alle Gäste einstimmten. Einen Blumenstrauß mit ihren Lieblingsrosen erhielt Agnes Winkens, die auch im Alter von 90 Jahren noch ganz selbstverständlich auf der Bühne stand und das Publikum mit ihren beiden Erzählungen begeisterte, über Ann, die der Gottesmutter ihr Liebesleid klagt, und darüber, wie das so war mit dem Wasser früher in ihrer Heimat Myhl. Zum Abschluss sang Karl Lieck, wieder mit Begleitung, das Lied „Wasseberch ech han dech jäer“.

Über den Tagesablauf in der Landwirtschaft berichtete aus Elmpt Karl-Heinz Achten, bevor er über den Begriff der Zufriedenheit unter der Überschrift „Kontänt sin“ philosophierte. Schmunzelnd hörten die Gäste von Theo Coenen einen witzigen Bericht zu dem, was man heute Unterhaltszahlung nennt. Was so alles zu einer Werbeveranstaltung gehört, wusste Anni Küskens zu berichten.

Die Erlebnisse bei einer Radtour gab Margret Peters aus Niederkrüchten zum Besten. Und sie wusste auch zu berichten, wie ein armer Bauer in den Himmel kam. Gertrud Götz berichtete von den Unterschieden zwischen den Generationen. Ihr Fazit: „Das Leben ist und bleibt kompliziert. Es jedem recht zu machen, ist nicht zu leicht.“

Nach einer Pause präsentierte der Heimatverein der Erkelenzer Lande die Cäcilienchorgemeinschaft Katzem-Lövenich mit dem Kirchenchor und der jungen Vokalgruppe Patchwork Voices. Fünf Lieder von Theo Schläger gab der Chor zum Besten. Weisheiten von „Ome Hein“ und anderen Verwandten hatten Karl Bertrams und Klaus Bürger aus Wegberg mitgebracht. „Wüete Been van‘t leeje kott, sue manch eene krüep op de fott!“, lautete ihre witzige Umschreibung von den Lügen mit den kurzen Beinen.

Das Publikum amüsierte sich prächtig, ebenso wie bei der Bilderpräsentation von Heinz Eßer. Er hatte sich dem Wortschatz zum Thema Sterben gewidmet und diesem verschiedenen Berufsgruppen zugeordnet, was Bilder wie diese ergab: „Die Putzfrau hat es erwischt, der Gärtner beißt ins Gras, oder der Koch gibt den Löffel ab.“

Die Beecker luden in einer von Georg Wimmers musikalisch begleiteten Parodie zum Besuch der Ausstellung „Unterwegs, die Heimat verlassen, eine neue Heimat finden“ ins Trachtenmuseum ein. Sie erinnerten an die Auswanderer nach Amerika oder die Einwanderer aus Osteuropa nach dem Zweiten Weltkrieg und aus anderen Ländern in den 60er Jahren.