DRK vom demografischen Wandel ebenfalls betroffen

Fehlende Nachfolger : DRK vom demografischen Wandel ebenfalls betroffen

Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes diskutierte bei der Jahreshauptversammlung auch über seine Zukunft. Dabei wurde besonders über das Ehrenamt gesprochen. Der demographische Wandel bringt Herausforderungen.

Vor mehr als hundert Mitgliedern fand in der Kreisgeschäftsstelle des Deutschen Roten Kreuzes die Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes statt. Der Kreisvorsitzende Dr. Michael Vondenhoff sprach sich für einen Dialog der Generationen aus.

Denn angesichts des stärker werdenden gesellschaftlichen Wandels und neuer Aufgaben müsse es eine Stärkung und teilweise auch Neuausrichtung des Ehrenamtes geben. Dabei zog er Parallelen zwischen den „Fridays for Future“-Demonstrationen und dem Engagement der jungen DRK-Mitglieder, die ebenfalls etwas verändern und bewegen wollten. Das DRK bekomme die Folgen des demografischen Wandels ebenso zu spüren wie andere gesellschaftliche Institutionen. Ehrenamtler fänden oftmals keine jüngeren Nachfolger. „Die Alten kleben nicht an ihren Posten“, betonte er. „Handeln ist das Gebot der Stunde.“

Über erfreuliche Entwicklungen konnte Kreisgeschäftsführer Lothar Terodde berichten. So sei der Vertrag zur Beförderung von Menschen mit außergewöhnlichen Gehbehinderungen trotz seines Auslaufens zum Ende des vergangenen Jahres verlängert worden. Der Bereich erwirtschafte rund 15 Prozent des Umsatzes im Kreisverband, weshalb die Entwicklung als durchaus bedrohlich gesehen werden konnte.

Erst ein „Machtwort“ von Landrat Stephan Pusch habe dazu geführt, dass die neue und für die Fahrgäste ungünstige Regelung auf Eis gelegt werden konnte. Nach einer Reihe von Gesprächen sehe es so aus, dass es auch im kommenden Jahr bei der gewohnten Regelung mit dem Roten Kreuz komme. Darüber hinaus sei das DRK seit August mit 34 anstelle der bisherigen 26 Linien im Bereich der Individualfahrten unterwegs.

Erfolgreich seien auch Projekte wie der Tante-Emma-Bus, der integrative Zirkus und Ferienfreizeiten. Darüber hinaus sei das DRK nun kreisweit in zehn Quartieren mit Sozialräumen vertreten. Der Ausbau des Hückelhovener DRK-Hauses stehe kurz vor dem Abschluss, wodurch das Programm an Kursen der Familienbildung ausgebaut werden könne.

Ausgebaut wird vielleicht auch das Kindergartenangebot. Die Einrichtung in Birgden wird im Sommer 2020 in Betrieb genommen. Derzeit sei man auf Personalsuche. „Bereits jetzt sind wir angesprochen worden, ob wir eine weitere Einrichtung eröffnen wollten“, erklärte er. „Mal sehen, was die nächsten Jahre bringen.“ Für die kommenden Aufgaben muss das DRK finanziell gerüstet sein. Daher warb er um die Gewinnung zusätzlicher Fördermitglieder sowie Nachwuchs für die Einsatzeinheiten.

Schatzmeister Arnd Schürmann konnte einen Überschuss von 16.000 Euro für das zurückliegende Jahr vermelden. Bei den anschließenden Wahlen wurde der Vorsitzende Vondenhoff in seinem Amt bestätigt. Seine Stellvertreter sind Gord Houben und Brigitte Zillekens. Auch Schürmann wurde als Schatzmeister und Dr. Elisabeth Hermanns als Verbandsärztin in ihren Ämtern bestätigt. Justitiar wurde Torsten Buchmann. Er tritt die Nachfolge von Hermann Leo Neikes an. Dr. Gisela Wirtz legte ihr Amt als stellvertretende Vorsitzende ebenfalls nieder. Vorstandsmitglied Marcel Louis wurde für 25-jährige und Herbert Odinius für 50-jährige aktive Mitgliedschaft geehrt.

Mehr von Aachener Zeitung