Wassenberg: Drei Jahre Bauzeit für Ortsumgehung B221n

Wassenberg: Drei Jahre Bauzeit für Ortsumgehung B221n

Das Info-Center am Pontorsonplatz platzte aus allen Nähten. Weit mehr als 200 Personen suchten und fanden irgendwie einen Platz, draußen auf dem Parkplatz war da die Suche schon schwieriger. Bundestagsabgeordneter Norbert Spinrath hatte eingeladen und begrüßte zusammen mit Gerhard Decker von Straßen NRW die Besucher. Der Grund für ihr Kommen: die Ortsumgehung B221n.

Seit Juli steht fest, dass der Bund Geld für den Bau der seit Jahrzehnten geplanten Straße bereitstellt. Es geht um insgesamt rund 30 Millionen Euro. Bei der Informationsveranstaltung wurde nun deutlich, dass bei zahlreichen Gesprächen mit den Entscheidungsträgern auf Landes- und Bundesebene wahrlich „dicke Bretter“ gebohrt werden mussten, um letztlich die Mittelfreigabe aus dem Bundesverkehrsministerium zu erhalten. Und nun ist klar: „Es geht los“, wie Gerhard Decker seine Ausführungen einleitete. „Am Montag, 7. Dezember, ist um 15 Uhr der symbolische erste Spatenstich.“

Das Baurecht erhielt Straßen NRW laut Deckers am 17. Januar 2014, die Zuteilung der Gelder gab es vom Bund Mitte 2015. Für 2015 sind 200.000 Euro veranschlagt, für 2016 dann 3,6 Millionen Euro, für 2017 weitere 12,5 Millionen Euro und für 2018 noch 7,8 Millionen Euro. Zudem nannte Decker eine weitere bereitgestellte Summe von zwei Millionen Euro für 2019 für mögliche Restarbeiten.

Als Fertigstellungsdatum hält der Straßenbauexperte den Dezember 2018 als sehr realistisch. Gebaut wird die Umgehung bis zur L117 nahe Orsbeck mit einer geplanten Anbindung an die Ortsumgehung Unterbruch — diese befindet sich derzeit in Planfeststellung und wird bis zur Realisierung laut Decker noch einige Jahre brauchen.

Gerhard Decker warf viele Bilder auf die Leinwand und gab die jeweiligen Bauabschnitte bekannt. Die Umgehung von Wassenberg startet an der Anschlussstelle bei Wildenrath. Die erste Baumaßnahme ist laut Decker die Überführung Myhlerfeld, 2016 soll dann zum Jahresende hin die Überführung der Friedrich-List-Allee nahe Wildenrath mit der dortigen Anbindung erfolgen.

Ferner stehen die Überführung der L19 inklusiv zweier Kreisverkehre und der erste Streckenabschnitt zwischen Friedrich-List-Allee bis zur L19, die zwischen Myhl und Gerderath verläuft, an. Anfang 2017 sind dann weitere Brücken (unter anderem die ehemalige Bahn und Waldweg) eingeplant. 2018 wird der zweite Streckenabschnitt ab der L19 bis zur L117 gebaut. Deckers betonte bei der Infoveranstaltung: „Die Ortsumgehung ist in den meisten Abschnitten tiefergelegt.“

Es folgte eine lebhafte Diskussionsrunde mit Fragen der Anwohner — und deutlich wurde: Am Ende waren die Teilnehmer froh, dass es mit dem Bau der B221n losgeht.

(agsb)