1. Lokales
  2. Heinsberg

Oberbruch geschockt: Drei Figuren an beliebtem Karnevalsbrunnen abgesägt

Oberbruch geschockt : Drei Figuren an beliebtem Karnevalsbrunnen abgesägt

Oberbruchs Ortsvorsteher Helmut Frenken ist immer noch fassungslos. Der beliebte Karnevalsbrunnen von Bonifatius Stirnberg, der 2004 errichtet wurde, ist zerstört worden. Und von den Tätern fehlt jede Spur.

Die meisten Oberbrucher können es immer noch nicht glauben, aber ihr Karnevalsbrunnen, der seit 2004 ein zentraler und beliebter Treffpunkt im Ort war, ist zerstört worden. „Der Brunnen war unendlich beliebt. Er war ein zentraler Punkt im Ort. Ihn zu finanzieren, war eine Mammutaufgabe, deshalb trifft uns das besonders“, sagt Ortsvorsteher Helmut Frenken. In der Nacht zum Dienstag hatten sich bislang unbekannte Täter ans üble Werk gemacht und drei der ehemals fünf Karnevalsfiguren abgesägt und mitgenommen.

40.000 Euro hatte der Brunnen gekostet. Der Karnevalsverein Brööker Waatterratte hatte ihn mit Sponsorengeldern zur Freude der Bürger im Jahr 2004 errichten lassen. „Er wurde von dem bekannten Künstler Bonifatius Stirnberg angefertigt, der zum Beispiel auch den berühmten Puppenbrunnen in Aachen erschaffen hat“, sagt Frenken. „Sein Markenzeichen ist die Beweglichkeit der Puppen. Die Kinder konnten an den Figuren spielen.“ Insgesamt, so Frenken, handelte es sich um fünf Figuren: einen Karnevalsprinzen, eine Prinzessin, ein Tanzmariechen, ein Elferratsmitglied und einen Musikanten mit Akkordeon. Nur der Musikant und die Prinzessin sind jetzt noch vorhanden.

Der Karnevalsbrunnen von Bonifatius Stirnberg, der ein Schmuckstück im Zentrum Oberbruchs war, ist zerstört worden. 2004 war er mit Sponsorengeldern durch den örtlichen Karnevalsverein errichtet worden.
Der Karnevalsbrunnen von Bonifatius Stirnberg, der ein Schmuckstück im Zentrum Oberbruchs war, ist zerstört worden. 2004 war er mit Sponsorengeldern durch den örtlichen Karnevalsverein errichtet worden. Foto: Helmut Frenken

„Wir vermuten, dass die Täter durch irgendetwas gestört wurden“, erklärt Frenken. Sonst wären wohl sämtliche Figuren verschwunden. Am Dienstag war die Tat aufgefallen, aber am Montagabend wurde der Brunnen noch mit dem kompletten Ensemble gesehen. Nach ersten Erkenntnissen seien die Figuren mit einer Handsäge entfernt worden, da auch mehrfach angesetzt wurde, glaubt Frenken, der selbst begeisterter Karnevalist ist. „Zwei Drittel wurden gesägt und dann der Rest abgebrochen“, sagt er. Für Frenken ist die Tat kaum nachzuvollziehen, betrage der reine Materialwert der Puppen doch nicht mehr als geschätzte 200 Euro. Der ideelle und Wiederherstellungswert liege hingegen bei mehreren Tausend Euro.

Auf Nachfrage habe der bald 90-jährige Bonifatius Stirnberg wissen lassen, dass pro Figur ein Aufwand von 6000 bis 8000 Euro entstünde. Geld, das der Karnevalsverein nicht aufbringen kann. Deshalb überlegen die Verantwortlichen nun, entweder, die noch vorhandenen Figuren auch noch zu entfernen und den Rest des Brunnens stehen zu lassen, oder eventuell eine günstigere Lösung anzustreben, bei der die gestohlenen Figuren durch unbewegliche ersetzt würden, erläutert Frenken. Ersetzen können die Lösungen die Schönheit des Ursprungsbrunnens sicher nicht.