Dörstelmann verärgert

Heinsberger CDU : Ratsmitglied Dörstelmann legt seine Ämter nieder

Michael Dörstelmann, seit 1994 Ratsmitglied der Heinsberger CDU, will sich aus Enttäuschung Stück für Stück aus dem Rat verabschieden. Und damit ist er nicht allein.

Wirklich heraus mit der Begründung, warum er bereits seinen Vorsitz im Fraktionsarbeitskreis Stadtentwicklung niedergelegt hat und demnächst auch seine Sprecherfunktion der CDU im Planungs- und Verkehrsausschuss abgeben möchte, will Michael Dörstelmann nicht.

Nur soviel lässt er auf Nachfrage unserer Zeitung verlauten: „Es gibt einen Vorfall, über den ich nicht weiter reden will, der aber das Fass zum Überlaufen brachte.“

Der ominöse Vorfall bezieht sich wohl auf eine in nicht öffentlicher Sitzung getroffene Entscheidung seiner Fraktion. Spätestens danach stand für Dörstelmann fest: „Die Arbeit der Fraktion geht an der Parteibasis vorbei.“ Das sehen offenbar auch Yvonne Hensing und Ellen Florack so, denn auch sie wollen sich zumindest für eine Wiederwahl im Ortsverband Heinsberg nicht mehr zur Verfügung stellen. Hensing ist derzeit dessen Vorsitzende, Dörstelmann stellvertretender Schriftführer und Florack Beisitzerin.

Auch Hensing und Florack halten sich über ihre Gründe bedeckt. „Das ist eine CDU-interne Angelegenheit“, sagt Florack knapp, erklärt jedoch schon jetzt, dass sie ihr Ratsmandat nicht niederlegen werde. Ob sie noch einmal 2020 bei der Kommunalwahl für die CDU antritt, lässt sie offen. Für Dörstelmann ist derzeit nicht einmal klar, ob er die laufende Legislaturperiode überhaupt noch durchzieht. „Wenn das Ziel, Politik zu gestalten, abgelaufen ist, sollte man das erkennen“, orakelt er.

Hilfreich zum Verständnis könnte ein Blick auf Dörstelmanns Facebook-Seite sein, auf der Fotos der Einzelsiedlung Klosterhof zu sehen sind, versehen mit der Überschrift: Impressionen mit Verfallsdatum. Nach Informationen unserer Zeitung habe der Eigner dortige Grundstücke der Stadt zur Bebauung angeboten. Im Gegenzug solle diese für ihn eine Fläche im Dürener Raum erwerben. Angeblich stimmte die CDU intern diesem Vorhaben schon mehrheitlich zu, was für Dörstelmann, Hensing und Florack untragbar war.

Fraktionschef Norbert Krichel bedauert nach eigener Aussage den Schritt der drei Fraktionskollegen. Gerade mit Dörstelmann verliere die Fraktion einen Mann mit großem Sachverstand. „Aber es ist für ihn eine unumstößliche Entscheidung.“