Diskussion um Theater-Abo im Haupt- und Finanzausschuss in Wegberg

Uneinigkeit nach Preiserhöhung : Diskussion um Theaterabo in Wegberg

Im Haupt- und Finanzausschuss wurde über die Zukunft des Theaterabonnements diskutiert. Nach einer deutlichen Preiserhöhung, die das sogenannte Mühlenbündnis aus CDU, AfW und FDP sowie die Freien Wähler vor rund einem Jahr durchgesetzt hatten, hatte es bei den Abos sowie beim Verkauf der Einzelkarten erhebliche Einbußen gegeben.

Nun stand das Thema wieder auf der Tagesordnung und die Verwaltung hatte eine durchaus brisante Sitzungsvorlage mit drei Optionen erarbeitet. Eine davon sah die Streichung des unrentablen Theaterabos vor, eine weitere die Rücksetzung des Preises auf das alte Niveau und eine weitere die Beibehaltung des neu beschlossenen Preisniveaus.

Eile war auf jeden Fall geboten, denn bis Ende April müssen die Verträge mit den Tourneetheatern für die Spielzeit 2019/2020 abgeschlossen werden, wenn es noch was werden soll mit dem Theater in Wegberg.

Vier Vorstellungen bietet das städtische Kulturprogramm pro Jahr im Forum. Das Programm ist nicht kostendeckend, weshalb die Antragsteller im vorigen Jahr angesichts der angespannten Haushaltslage eine deutliche Anhebung der Preise gefordert und auch durchgesetzt hatten. Daher wurde der im Haushaltssicherungskonzept veranschlagte Konsolidierungsbetrag von 8000 auf 13.000 Euro erhöht.

Die Folge des Beschlusses: Die Zahl der Abonnenten sank deutlich von 310 auf 241. Beim Einzelkartenverkauf war der Rückgang mit 115 anstelle von 327 Karten noch deutlicher. Dies hatte zur Folge, dass nicht einmal der bisherige Konsolidierungsbetrag erreicht werden konnte. Denn trotz der Preiserhöhung nahm die Stadt weniger ein. So mussten die für den diesjährigen Haushaltsentwurf veranschlagten Einnahmen von 40.000 Euro auf 26.000 Euro korrigiert werden. Vor der Preiserhöhung, in der Spielzeit 2017/2018, konnten noch 34.488 Euro erzielt werden.

Angesichts der Entwicklung in diesem Bereich durften sich Antragsteller von damals diesmal einige Kritik anhören. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Wolters bezeichnete sie als „Totengräber der Kultur in Wegberg“. Er erklärte, dass man in diesem Bereich nicht kostendeckend arbeiten könne. Die Forderung des Mühlenbündnisses habe Schaden für die Stadt verursacht.

Auch die Grüne Christiane Merz-Valsamidis betonte, dass diese Entwicklung schon vor einem Jahr vorausgesagt worden sei. Sie wertete den Rückgang der Abonnements als „Boykotterklärung der Bürger“ gegenüber dem Beschluss des Rates. Die Kritik wollte die CDU-Vorsitzende Petra Otten nicht auf sich sitzen lassen und verwies darauf, dass das Theaterabo eine der freiwilligen Leistungen der Stadt sei.

Diese, so hatte der Rat beschlossen, seien angesichts der Haushaltslage auf den Prüfstand zu stellen. Die CDU forderte ihrerseits die intensive Bemühung um Sponsoren und die Prüfung möglicher Kooperationen mit den Nachbarstädten. Dem hielt der Fachbereichsleiter Gerd Pint entgegen, dass die Suche nach Sponsoren für das Theaterangebot schon in der Vergangenheit nicht erfolgreich gewesen sei.

Heinz Nießen von der FDP kritisierte die mangelnde Werbung für das Theaterangebot, das in der Stadt kaum auffalle. Auch diesen Vorwurf wies Pint zurück und bekam Schützenhilfe von der Ersten Beigeordneten Christine Karneth, die das Problem des Theaterabonnements einzig und allein in der Preissteigerung sah.

Den Vorschlag der Rückkehr zu den alten Preisen und dem alten Konsolidierungsbetrag von 8000 Euro, dem SPD, Grüne und Linke folgten, lehnten CDU, FDP und AfW mit 13 gegen neun Stimmen ab. Stattdessen beauftragen sie die Verwaltung, das derzeitige Preisgefüge beizubehalten sowie die Möglichkeit von Kooperationen und Sponsoring zu prüfen.

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