Heinsberg: Die Tafel: Bitte um mehr Spenden zu Weihnachten

Heinsberg: Die Tafel: Bitte um mehr Spenden zu Weihnachten

„Willkommen! Welcome! Bienvenue!“ In drei Sprachen begrüßte Pfarrer Sebastian Walde die derzeit in Heinsberg lebenden Flüchtlinge, die zu einer kleinen Adventfeier auf Einladung der evangelischen Kirche in die Räume der Heinsberger Tafel gekommen waren.

„Sie sind aus ganz unterschiedlichen Ländern und mit ganz verschiedenen Schicksalen hierhergekommen“, fuhr er in Deutsch fort. Als Gott habe kommen wollen, hätten die Wirte in den Herbergen erklärt, alles sei belegt. „Sie sind heute Nachmittag hier aber willkommen.“ Die Tische seien gedeckt, und es sei Zeit, einander kennenzulernen“, lud er alle zu belegten Brötchen und zu Kuchen ein, zu Kaffee und kalten Getränken und zu kleinen Süßigkeiten, die auf den liebevoll dekorierten Tischen verteilt waren.

Rund 70 Gäste

„Fühlen Sie sich von allen Heinsbergerinnen und Heinsbergern willkommen geheißen“, sagte Bürgermeister Wolfgang Dieder den rund 70 Gästen des Nachmittags, mit denen alle gedeckten Tische voll besetzt waren. „Wir sind bereit, mit Ihnen zusammen einen neuen Weg zu gehen. Vor allen Dingen ist es unsere christliche Verpflichtung, uns um Sie zu kümmern.“

Es sei nicht ihre freie Wahl gewesen, nach Heinsberg zu kommen, erklärte Integrationsbeauftragter Wolfgang Paulus anschließend in Englisch und danach gleichlautend in Französisch. Zugleich gab er jedoch der Hoffnung Ausdruck, dass alle in Heinsberg einen angenehmen Platz und einen angenehmen Aufenthalt finden würden.

Großes Engagement an diesem besonderen Nachmittag in den Räumen der Tafel zeigten die St. Mary Gospel Singers aus Heinsberg. Sie stimmten nicht nur mit deutsch- und englischsprachig gesungenen Liedern auf die Advents- und Weihnachtszeit ein. Jedes Chormitglied hatte ein Päckchen mitgebracht, das im Rahmen einer Verlosung einen jeweils neuen Besitzer fand.

Freude über jede Gabe

Wie Pfarrer Sebastian Walde, Vorsitzender der Heinsberger Tafel, und sein Stellvertreter Kurt Kornmesser am Rande der Veranstaltung verrieten, blickt die Organisation mit Sorge auf die bevorstehende Weihnachtskisten-Ausgabe der Tafeln. Bisher seien erst Spenden eingegangen, die für vier Familien-Weihnachtskisten reichen würden. Insgesamt will die Heinsberger Tafel aber Kisten für rund 200 Familien packen, „um allen Tafel-Kunden ein gutes Essen zu Weihnachten zu ermöglichen“, ergänzt der Pfarrer.

Niemand müsse eine Kiste mit Inhalt für ein komplettes Weihnachtsessen spenden. Über jede kleine Gabe, bestehend aus haltbaren Lebensmitteln, würde sich die Tafel schon freuen, nennt er ein Glas Rotkohl als Beispiel. Auch weihnachtliche Süßigkeiten in Form von Plätzchen oder Stollen würden gerne angenommen, darüber hinaus auch Spielzeug für Kinder im Alter bis zu zwölf Jahren. Dieses müsse gar nicht neu, aber doch gut erhalten sein, ergänzt Kornmesser.

(anna)