Wassenberg: Die Stadtmauer hatte früher drei Türme

Wassenberg : Die Stadtmauer hatte früher drei Türme

Zu den vielen Arbeitsschwerpunkten des Heimatvereins Wassenberg gehören unter anderem Geschichtsforschung und die darauf aufbauenden Themenführungen zur Erkundung der Stadt. Walter Bienen, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins, ist in beiden Arbeitskreisen aktiv. Jetzt will er aufgrund seiner intensiven Recherchen zum Verlauf der Stadtmauer seine thematische Stadtführung „Stadtmauer und Wassergräben im Wandel der Zeit“ inhaltlich ergänzen.

Auch wenn aus bekannten Unterlagen ersichtlich sei, dass es einen weiteren Turm in der Stadtmauer gegeben habe, sagte Bienen, sei dieser aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verschwunden, weil er irgendwann abgerissen worden sei. Er wisse, dass im Mauerverlauf in Höhe des heutigen großen Eingangstores zum ehemaligen Bleichweiher und späteren Schwimmbad ein Halbrundturm gestanden habe. Darauf würden Fotos sowie Zeichnungen und Bilder ebenfalls hinweisen.

Walter Bienen hat zum Verlauf der Wassenberger Stadtmauer geforscht und Belege für einen weiteren Stadtmauer-Halbrundturm gefunden, wie dieses Foto des Fotografen Kurt Römer aus dem Nachlass Christian Poschens, ehemaliger Standesbeamter der Stadt Wassenberg, zeigt. Foto: jwb

Schwarz auf Weiß als Fotobeweis

Zu den Belegen gehöre ein Foto des Fotografen Kurt Römer von 1920/1925 aus dem Nachlass von Christian Poschen, ehemaliger Standesbeamter der Stadt Wassenberg, welches den ehemaligen Turm zeige.

Ebenso stütze er sich auf eine Beschreibung der Stadtmauer in der Beilage „Die Heimat“ der Heinsberger Volkszeitung vom 23. Mai 1925. Dort heiße es: „Bei einer Wanderung um die Stadtmauer sieht man drei mehr oder weniger gut erhaltene Rundtürme, von denen in Kriegszeiten aus sich die Verteidigung stärker unterstützen ließ.“

Zu den in der Beilage genannten drei Halbrundtürmen gehöre nach seiner Überzeugung jedoch nicht der „Verlorenenturm“. Dieser sei in einigen der Belege nicht erkennbar oder aber auf der Innenseite der Stadtmauer dargestellt und nicht als Halbturmausführung gebaut.

Er sei der Überzeugung, dass dieses Gebäude ein Gefängnis gewesen sei, betonte Bienen. Eine These, die andere Heimatforscher vielleicht anders bewerten werden.

Seine Einschätzung, dass die Stadtmauer um diesen Turm reicher sei, erhärte sich zudem durch Zeichnungen, wie sie in Haus Hohenbusch zu sehen seien. Die vereinfachte Zeichnung namens „Wassenberg Flecken“, die Bienen als „Prinzipzeichnung“ benannte, gäbe die Landesbeschreibung um 1720 wider. Auch darauf sei der Turm sichtbar.

Mit einem Hinweis, dass in anderen vergleichbaren Stadtbauplänen jeweils drei Tore und drei Türme zu finden seien und dieses Modellprinzip in Wassenberg mit dem Birgeler-, dem Roß- und dem Brühlertor und den drei Halbkreistürmen auch realisiert worden sei, ist sich Bienen sicher.

„Fazit meiner Recherchen wird sein, dass ich meine Führung zum Thema ,Stadtmauer und Wassergräben im Wandel der Zeit‘ ergänzen werde“, betonte Bienen. Die nächsten Führung dazu ist am 24. August um 14 Uhr. Treffpunkt: Roßtor.