Erkelenz: Die Stadtgeschichte zurückkaufen

Erkelenz: Die Stadtgeschichte zurückkaufen

Der Heimatverein der Erkelenzer Lande hat einen weiteren wichtigen Schritt zur Dokumentation der Stadtgeschichte getan. Diesmal sind es Bilder, die aus Erkelenz stammen und nun nach langer Zeit wieder zurückkehren nach Erkelenz.

Es handelt sich um ein Bild des Kreuzherren Franz Jakob Kesseler (1734 bis 1808) und des Arztes Wilhelm Joseph Hermes (1814 bis 1878). Kesseler gehörte zu den letzten Ordensbrüdern, die Hohenbusch 1802 verlassen mussten, Hermes war 35 Jahre lang als Arzt in Erkelenz tätig.

Die Bilder konnte der Heimatverein kaufen und hat sie nun als Dauerleihgabe der Stadt zur Verfügung gestellt. Dabei war wieder einmal der Zufall sehr hilfreich, wie der Vorsitzende Günter Merkens bei der Präsentation der Bilder erklärte. Das Porträt Kesselers wurde dem Heimatverein durch den in Lausanne lebenden Kunsthistoriker Patrick Heinstein zum Kauf angeboten.

Die entsprechende Mail erreichte den Kunstverein jedoch zuerst nicht, wie Geschäftsführer Theo Görtz erklärte. Rund ein Jahr später kam eine zweite Mail bei der Stadt an, die dann ihren Weg zu den Heimatforschern fand. Die wurden sofort tätig und kauften das Pastellbild, nachdem es auf seine Echtheit hin geprüft worden war.

Der Künstler und das Entstehungsjahr des Bildes sind noch unbekannt, betonte Merkens. „Doch eine solche Gelegenheit konnten wir uns nicht entgehen lassen“, war die einhellige Meinung der Heimatforscher. Das Bild soll im Herrenhaus auf Hohenbusch ausgestellt werden, wie der stellvertretende Vorsitzende und erste Beigeordnete der Stadt, Dr. Hans-Heiner Gotzen, erklärte. „Die Zusammenarbeit mit dem Heimatverein ist ein großes Glück für die Stadt“, betonte er. „Denn der Verein konnte auf das Angebot schneller reagieren als die Stadt es gekonnt hätte.“

Ähnliches Glück hatte der Heimatverein mit dem Miniaturporträt des Mediziners Hermes, das in einem Antiquariat in Oberursel auftauchte. Auch hier musste schnell gehandelt und an der Auktion, auf der es versteigert wurde, teilgenommen werden.

Glück muss man als Heimatforscher auch haben. Denn neben den beiden historischen Bildern bekam der Heimatverein auch sechs Bilder des aus Heinsberg stammenden Künstlers Gerhard Mevissen. Dieser war vor einigen Jahren eingeladen worden, um sich in der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek Köln auf kreative Weise mit der Sammlung mittelalterlicher Handschriften auseinanderzusetzen.

Darunter befanden sich auch Handschriften aus dem ehemaligen Kreuzherrenkloster Hohenbusch, die den Künstler zu einigen Arbeiten inspirierten. Ausgestellt wurden die Arbeiten im Rahmen der Vortragsreihe und Ausstellung auf Hohenbusch Anfang März. Ein Mäzen, der nicht genannt werden möchte, kaufte sechs Bilder von Mevissen und schenkte sie dem Heimatverein. „Sponsoren und Mäzene sind wichtig für unsere Arbeit“, erklärte Merkens. Die Bilder werden ebenfalls im Herrenhaus einen Platz finden, wo sie der Öffentlichkeit zugänglich sind.

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