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Hilfe für Flaschensammler: Die Mehrheit will keine Pfandringe in Wassenberg

Hilfe für Flaschensammler : Die Mehrheit will keine Pfandringe in Wassenberg

Grüne und SPD blitzen mit ihrem Vorstoß für Pfandringe an öffentlichen Mülleimern ab. Warum die Mehrheit gegen den Vorschlag ist.

Die Stadt Wassenberg wird vorerst keine Pfandringe im Stadtgebiet anbringen. Einen Vorstoß in diese Richtung von Grünen und SPD lehnte der Haupt- und Finanzausschuss nun mehrheitlich ab. Damit folgte die Mehrheit der Einschätzung der Stadtverwaltung, wonach die Pfandringe ihr Ziel verfehlten. Pfandringe werden üblicherweise an Mülleimern angebracht, man kann dort leere Pfandflaschen abstellen, die dann von Pfandsammlern mitgenommen werden können.

Die ablehnende Haltung von Verwaltung und Ratsmehrheit stieß bei Grünen und Genossen auf Unverständnis. „Ich finde es interessant, dass das in anderen Städten funktioniert. Aber in Wassenberg soll es nicht funktionieren“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Raja Schiffmann. Und Grünen-Fraktionsvorsitzender Thomas Lang wünschte sich zumindest zwei oder drei solcher Pfandringe. „Wir würden es gerne sehen, wenn das in einer Testphase erprobt würde“, sagt er.

Das Thema sei bei „runden Tischen“ mit dem Jugendzentrum „Culture Clash“ mehrmals besprochen worden, sagt Bürgermeister Marcel Maurer (CDU). Das Jugendzentrum habe auch zwei eigene, selbstgebaute Pfandparkplätze – einen am Jugendzentrum und einen am ZOB – installiert. Während sich der Pfandparkplatz am Jugendzentrum etabliert habe, sei der am ZOB schnell zerstört worden. So folgert Maurer, dass es nicht sinnvoll sei, neue Pfandringe aufzubauen. Nur der am Jugendzentrum solle bestehen bleiben.

Hintergrund sei auch, dass die Erfahrungen aus anderen Städten zeigten, dass die Glasflaschen, die in solchen Ringen abgestellt würden, oft einfach auf den Boden geschmissen würden – was nur Scherben und Dreck verursache. Auch stünden die Anschaffungskosten von 400 Euro pro Pfandring nicht im Verhältnis zu den wenigen Cent an Pfandwert, die darin gesammelt werden könnten, argumentierte Maurer. „Ich habe meine Bedenken, dass das Interesse, sich dort zu bedienen, groß sein wird“, sagte er.

Maurer und CDU-Fraktionsvorsitzender Rainer Peters zogen schließlich ein ähnliches Fazit. „Das ist gut gemeint, aber bewährt sich nicht in der Praxis“, sagte Maurer. „Die Idee und die Motivation sind aller Ehren wert. Aber die Praxis zeigt, dass das nicht funktioniert, wenn man es ohne Aufsicht macht“, sagte Peters.

Grüne und SPD hatten in ihrem Antrag argumentiert, dass Pfandringe einen Beitrag für „Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit“ leisteten. Pfandflaschen und Dosen landeten damit nicht im normalen Abfall. Und Menschen, die sich durch das Pfandsammeln ein Zubrot verdienten, müssten nicht in den Mülleimern wühlen.