Heinsberg-Kirchhoven: Die Kerkever Jekke trecke und trotzen dem Wind

Heinsberg-Kirchhoven: Die Kerkever Jekke trecke und trotzen dem Wind

„Kerkever Jekke trecke“, stand auf dem Traktor, der den neuen Elferratswagen der Kirchhovener Obernarren am Morgen des Rosenmontags zog. Die drei Worte wirkten ganz trotzig ob der Schlechtwetterfront, die auch während des Zuges noch über den närrischen Lindwurm hinwegzog und in anderen Orten für Zugausfälle sorgte.

Viel Wind war dabei, aber der sorgte dafür, dass die Narren im Kirchhovener Straßenkarneval vom Regen — bis auf ein paar einzelne Tropfen — verschont blieben. Prinz Theo I. (Eißen) hatte nur auf seine Fasanenfedern an der Mütze verzichtet und thronte hoch oben mit Prinzenwagen mit seiner Hedwig im warmen, orangefarbenen Anorak statt im Ornat. All das beeinflusste die gute Stimmung der Kirchhovener Narren jedoch nicht.

In einem „Traumschloss in den Wolken“ war der ­Elferrat unterwegs.

Wie gewohnt führten auch in diesem Jahr hinter Zugleiter Hermann-Josef Jöris wieder die großen Wagen mit den großen Fußgruppen den Zug an. Der Hingucker im Wagenbau-Wettkampf der Gruppen war unzweifelhaft das „Diner“ der Braunsrather, ein komplettes Restaurant mit Tankstelle, wie es an einem amerikanischen Highway auch zu finden ist. Mit dabei aus Kirchhoven aber auch das Thema „Robin Hood“, mit einem ebenfalls großen Wagen und ganz vielen Robin Hoods hinterher.

Eine der Vogelscheuchen der Gruppe „Let’s dance with family“.

Bekannt ist der Kirchhovener Rosenmontagszug aber zudem für seine Fußgruppen. Vogelscheuchen waren dieses Mal dabei, und die Vinner Mädels hatten sich und ihre Kinder als ganz bunte Clowns in leuchtenden Neonfarben verkleidet.

Prinz Theo I. und Prinzessin Hedwig (Eißen) strahlten beim Zug.

Als dann der Elferratswagen die Waldfeuchter Straße erreichte und gen Kirche fuhr, schien sogar für kurze Zeit die Sonne. Ihr Traumschloss in Orange und Grün, das aus Wolken emporschwebt, hatten die Elferratsmitglieder selbst gebaut, nach einem Workshop bei den Düsseldorfer Wagenbauern, auf der Basis von rund 250 Quadratmetern Kaninchendraht. Es schlossen sich an die Tanzgarden und das Prinzenteam als eine große Gruppe schwarz-weißer Katzen. Als Höhepunkt folgte schließlich der Prinzenwagen mit einem Prinzenpaar, das strahlte, weil es trotz aller schlechten Wettervorhersagen nun doch seinen Zug durch Kirchhoven genießen konnte.

(anna)
Mehr von Aachener Zeitung