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Anlage in die Jahre gekommen: Die Hoffnung der Skater liegt auf der Politik

Anlage in die Jahre gekommen : Die Hoffnung der Skater liegt auf der Politik

Wer gerne Skateboard fährt, der kennt die Skateanlage am Adam-Stegerwald-Hof. Dort treffen sich seit Jahren die, die ihr Brett beherrschen und damit halsbrecherische Stunts auf der Rampe, der Halfpipe oder Quarterpipe hinlegen. Nur langsam wird es eng mit den Stunts, denn die Anlage ist in die Jahre geraten.

Die sogenannte Quarterpipe ist schon seit Wochen mit einem Bauzaun abgesperrt, da ihre Benutzung zu gefährlich gewesen wäre. Einmal war der Bauhof später noch da, berichten einige der Skater auf Nachfrage. Allerdings nur, um den Bauzaun neu zu befestigen, denn der war in der Nacht zuvor eingerissen worden. An anderer Stelle wurde der Boden vor einem Gerät mit Asphalt ausgebessert, der jedoch im Sonnenschein weich wird und sich so gar nicht zum Rollbrettfahren eignet. Dazu komme, dass sie oftmals den Platz von Unrat und Hinterlassenschaften nächtlicher Feiern befreien müssten, bevor sie ihren Sport ausüben können, berichten die Skater weiter.

Die Gruppe, die sich hier regelmäßig trifft, besteht aus rund 50 Jugendlichen und jungen Erwachsene. „Die Skaterszene in Erkelenz ist eine der größten in der Region“, weiß Christian Funk. Der 30-jährige entspricht nicht unbedingt dem Stereotyp des jugendlichen Skateboarders. Trotzdem ist er auf seinen Rollbrettern schon seit einigen Jahren unterwegs und kennt die Treffpunkte in der Region. Die Anlage in Erkelenz sei in die Jahre gekommen, erklärt er. „Heute plant und baut man solche Anlagen anders“, weiß er.

Vielleicht sollte man darüber nachdenken, die Anlage auf den neuesten Stand zu bringen und auch mit Licht zu versehen. Das hätte zunächst den Vorteil, dass auch nach Sonnenuntergang oder in den Wintermonaten gefahren werden könnte. Darüber hinaus würde die Beleuchtung auch dazu beitragen, die Partys zu unterbinden, die nachts auf dem Platz stattfinden, hoffen die Skater. Mehr als einmal sei man schon mit Besen und Kehrblech angerückt, um den Platz wieder nutzbar zu machen.

Christian Fuchs (rechts) erläuterte die Anliegen der Skater beim Besuch des Grünen Hans-Josef Dederichs (hinten links).
Christian Fuchs (rechts) erläuterte die Anliegen der Skater beim Besuch des Grünen Hans-Josef Dederichs (hinten links). Foto: Helmut Wichlatz

Mit dem letzten Stadtjugendpfleger Markus Wilmer habe es einen regen und guten Austausch gegeben. Mittlerweile ist Wilmer beim Kreis beschäftigt und das Jugendamt hat auch eine neue Leitung. Wilmers Nachfolgerin Katharina Lüke ist sich des Themas durchaus bewusst, wie sie auf Nachfrage betonte.

Die Anlage gegenüber von Kaufland war auch Gegenstand der Überlegungen bei den Workshops zum Integrierten Handlungskonzept (InHK). Damals waren Kinder und Jugendliche mit Lüke und Ana Ruppert vom Aachener Planungsbüro MWM im Rahmen einer Stadtbegehung auch auf der Anlage am Adam-Stegerwald-Hof. Auch damals hatten die Teilnehmer geäußert, dass die Anlage nicht mehr sehr ansprechend sei und als Ort empfunden wurde, an dem man sich nicht gerne aufhielt.

„Alle involvieren“

Nun hofft die Gruppe der Skater, mit ihren Anliegen bis zur Erkelenzer Politik vorzudringen. Der Grünen-Bürgermeisterkandidat Hans-Josef Dederichs hatte bei einem Ortstermin bereits betont, dass bei der anstehenden konkreten Planung der Stadtgestaltung alle gesellschaftlichen Gruppen involviert werden müssten. Der Dialog mit den Beteiligten habe in Erkelenz eine „gute Tradition“ und werde auch nach der Wahl fortgesetzt.