Die Höhle der Löwen: Max Rongen aus Heinsberg startet mit "Plantbreak"

In der „Höhle der Löwen“ : Heinsberger startet mit 16 Jahren seine Geschäftsidee im Keller

Der Heinsberger Max Rongen will mit seinen Backmischungen für Fitnessriegel jetzt bei „Die Höhle der Löwen“ auf Vox überzeugen. Sein Unternehmen „Plantbreak“ gründete er bereits mit 16 Jahren.

Er ist zweifellos ein außergewöhnlicher junger Mann. Mit gerade einmal 16 Jahren hat Max Rongen zusammen mit seinem Vater Ralf sein erstes eigenes Unternehmen gegründet. Es heißt „Plantbreak“, produziert und vertreibt im Online-Shop Backmischungen für vegane Fitnessriegel und hat seinen Sitz im Keller seines Elternhauses in der Heinsberger Innenstadt. Jetzt will er in der Fernsehsendung „Höhle der Löwen“ richtig durchstarten. 20 Prozent Firmenanteile will er daher für 50.000 Euro an einen der „Löwen“ abgeben.

Im September vergangenen Jahres habe es in der Sendung einen Aufruf gegeben, sich zu bewerben, erinnert sich der inzwischen 18-Jährige, der sich und seine Familie als echte „Löwen-Fans“ bezeichnet. Noch am selben Abend habe er das erste Formular ausgefüllt. Nach zwei Wochen erreichte ihn der erste Anruf aus der Redaktion. Nach weiteren Formularen und Gesprächen galt es dann in den Weihnachtsferien, die Produktpräsentation professionell vorzubereiten. „Es wurde immer spannender“, erinnert sich Vater Ralf. Diese Hürde nahm Max jedoch souverän und durfte Ende Januar zur Aufzeichnung nach Köln. Auch da musste der Vater mit, war Max doch zu diesem Zeitpunkt noch nicht volljährig. Wie es ausgegangen ist, dürfen die beiden natürlich noch nicht verraten. Das wird erst in der Sendung preisgegeben.

Aber wie kommt man als Jugendlicher überhaupt auf die Idee, sich derart intensiv mit den Themen Fitness und gesunder Ernährung auseinanderzusetzen, dass daraus eine Produktentwicklung und gar ein eigenes Unternehmen entsteht? Die Erklärung ist eigentlich ganz einfach, wenn Max seine junge Lebensgeschichte erzählt hat. Als Bambini kickte er schon beim FC Union Schafhausen, wechselte dann zum SSV Blau-Weiß Kirchhoven und war einer Profikarriere als Fußballspieler greifbar nahe. Doch im Rahmen eines Probetrainings bei Borussia Mönchengladbach stellte sich eine Verletzung am Rücken heraus, die sogar operativ behandelt werden musste. An eine Profikarriere im Fußball war also nicht mehr zu denken.

Doch Max Rongen gab nicht auf, wollte sich nach viel Physiotherapie auch selbst weiter fit halten. So sicherte er sich zunächst die B-Lizenz als Fitnesstrainer, inzwischen hat er sogar die A-Lizenz. Zugleich beschäftigte er sich mit seiner Ernährung und musste feststellen, dass die Fitnessriegel, die er gerne aß, zwar Protein enthielten, aber auch viel Zucker und andere künstliche Zusatzstoffe. Da er sich inzwischen vegan ernährte, störte ihn auch der Milchzusatz. So begann er selbst, in Mutters Backofen zu experimentieren, mit ausschließlich biologisch hergestellten, veganen Zutaten. „Und als ich dann eines Tages in der Küche stand, und mir zwei Zutaten fehlten, kam mir die Idee, dass doch eine fertige Mischung ganz praktisch wäre“, sagt er, „eine Backmischung ohne unnötige Kalorien und mit ausschließlich wertvollen Inhaltsstoffen für den Körper.“

So nahm die Geschäftsidee schnell Gestalt an. Zunächst wurden Marmeladengläser, ausgediente Smoothie- oder Milchflaschen mit den notwendigen Zutaten fürs Backen von Fitnessriegeln gefüllt. Dann folgte schon professioneller die erste Dose. Max Rongen machte alles selbst, von der Abfüllung mit Trichter und Waage bis hin zur Internetseite mit Online-Shop und eigenem Blog. Der Mischung müssen lediglich eine Banane und Wasser hinzugefügt werden. Die so entstandene Masse reicht für zwölf Riegel, die sich bequem in einer Silikonform backen lassen. Diese liefert Max Rongen natürlich gerne gleich dazu. „Im Kühlschrank halten die Riegel dann eine Woche“, sagt er.

Inzwischen, seit er am 29. Juni 18 Jahre alt geworden ist, führt er das Unternehmen allein. Er hat zwei unterschiedliche Mischungen im Verkauf, genannt „Protein“ als eher fruchtige Mischung und „Genuss“ mit dem Zusatz von Kürbiskernen. Beide Mischungen enthalten als Basis Hafervollkornmehl, Kokosmehl und Dinkelvollkornflocken. Und in seinem Blog bietet er zusätzliche Rezepte an, mit denen sich aus seinen Backmischungen auch Pfannkuchen oder ein Bananenbrot zubereiten lassen. Eine Verkostung hat einen Bioladen im Selfkant schon überzeugt.

Er hat die Backmischungen von „Plantbreak“, was in Deutsch so viel heißt wie „pflanzliche Pause“, schon in sein Sortiment aufgenommen. Ob Max Rongen damit und mit seinen weiteren Ideen für proteinhaltige Fitness-Produkte auch einen der „Löwen“ überzeugen konnte, wird sich zeigen.

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