Selfkant: Der Wald im Selfkant sorgt für ein Defizit

Selfkant: Der Wald im Selfkant sorgt für ein Defizit

Der Wald im Selfkant schreibt rote Zahlen. Der Wirtschaftsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2015 schließt mit Ausgaben in Höhe von 34.363 Euro und Einnahmen aus dem Holzverkauf in Höhe von 30.500 Euro — das macht unterm Strich ein Defizit von rund 4000 Euro.

Forstamtmann Wolfgang von der Heiden vom Landesbetrieb Wald und Forst NRW wies im Verkehr-, Bau- und Umweltausschuss darauf hin, dass es sich bei den veranschlagten Ausgaben ausschließlich um Pflichtausgaben handele und eine Kürzung selbiger nicht möglich sei. 650 Festmeter Holz sollen im kommenden Forstwirtschaftsjahr im Selfkänter Gemeindewald gehauen werden. Geld in die Kasse bringen soll vor allem ein alter Birkenbestand nahe des Süsterseeler Sportplatzes. Allerdings fallen auch für Holzeinschlag und Rücken Kosten in Höhe von 14.500 Euro an. Die Fläche wird mit Edellaubhölzern wie Schwarznuss und Vogelkirsche neu bepflanzt — Kostenpunkt: 4875 Euro.

Mächtig ins Portemonnaie geht auch das Freischneiden von Altkulturen gegen sogenannte Konkurrenzvegetation, hier fallen rund 5700 Euro an. „Warum ist der Gemeindewald so defizitär“, stellte von der Heiden die Frage in den Raum, um die Gründe gleich nachzuschieben: „Durch den Krieg und durch Reparationshiebe wurden die Altbestände größtenteils vernichtet, und genau die fehlen jetzt.“ Und einen nicht unwesentlichen Teil erledigte in jüngster Vergangenheit der Kieferprachtkäfer, der die Nadelbäume schädigte, die nun wieder aufgeforstet werden müssen. Zudem würden Pappeln einen nur geringen Holzertrag erbringen, die Wiederaufforstung indes sei sehr teuer. „Ich betreue sechs Kommunen im Kreis Heinsberg, von denen es vielen noch schlechter geht“, versuchte der Forstamtmann das Minus beim Wirtschaftsplan 2015 zu entschärfen.

Da die Liquidität des Gemeindehaushaltes durch andere Pflichtaufgaben, besonders im Abwasserbereich, schon deutlich geschwächt wird, wurde der Wirtschaftsplan vom Ausschuss intensiver unter die Lupe genommen. Karl Busch (FDP) kritisierte, dass nicht mehr Holz verkauft werde, um den Wirtschaftsplan auszugleichen. Die Kriterien für den Holzeinschlag seien oft zu strikt. Von der Heiden hielt dagegen: „Wir sind an das Gesetz gebunden und müssen die Umweltauflagen einhalten. Die Auswahl der Unternehmen, die im Wald arbeiten, richtet sich hieran.“ Heinz-Hubert Ruers (CDU) schlug vor, für das Forstwirtschaftsjahr 2016 einen kostengünstigeren Anbieter auf dem freien Markt ausfindig zu machen und einmal über den Selfkanter Waldrand hinauszuschauen: „Vielleicht sollten wir uns auch mal bei anderen Kommunen erkundigen, wie das dort abläuft.“ Der Forstwirtschaftsplan 2015 wurde schließlich mehrheitlich angenommen — verbunden mit der Maßgabe, die Ausgaben in 2016 durch einen neuen Anbieter drosseln zu können.

(dawin)
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