Erkelenz: Der Erkelenzer Zug ist ein Schwergewicht

Erkelenz: Der Erkelenzer Zug ist ein Schwergewicht

Mit über 90 Gruppen und Gesellschaften ist der Erkelenzer Rosenmontagszug schon ein Schwergewicht im hiesigen Karneval. Wenn dann auch noch das Wetter mitspielt, lässt es sich leicht darüber hinwegsehen, dass die EKG in dieser Session ohne Tollitäten angetreten war.

Närrische Blaublüter waren indes aus den umliegenden Ortschaften dazugekommen, denn die Teilnahme am närrischen Lindwurm durch die Erka-Stadt gehört immer noch zu den höchsten Tugenden eines echten Karnevalisten im Erkelenzer Land.

Ein farbenfrohes Spektakel war der Rosenmontagszug in Erkelenz auch in diesem Jahr. Da wollten diese Mexikaner mit ihren großen Sombreros nicht fehlen. Foto: Günter Passage

Gesammelt hatten sich die Narren an der Nordpromenade, auf dem Burgparkplatz und der Roermonder Straße. Dort gaben die Gruppen schon einmal Gas für dieses große und farbenfrohe Spektakel im Straßenkarneval. Einige werden zwar noch einmal an diesem Dienstag in Gerderhahn zu sehen und zu hören sein, doch ein Höhepunkt ist der Zug in Erkelenz auf jeden Fall.

„Maak Mött“: Dieser Schlachtruf war am Rosenmontag in Erkelenz natürlich immer wieder zu hören. Foto: Günter Passage

Ob es bei der klaren Sicht blieb, wie Klaus Reul beim Zugfrühstück im Alten Rathaus verkündet hatte, blieb zu diesem Zeitpunkt noch abzuwarten. Bei einigen Tulpensonntagszügen hatten sich Wagen derart eingenebelt, dass die Zuschauer arg wenig vom Zug und den Kostümen der Fußgruppen mitbekamen. Das sollte in Erkelenz also diesmal anders sein. Auch in Lövenich hatten die Verantwortlichen in diesem Jahr ein Zeichen gesetzt und sich auf die „alten Tugenden“ im Karneval besonnen.

Auf Kamellenfang ging diese Tigerfamilie beim Zug in Erkelenz. Foto: Günter Passage

Sollte die Session 2014/2015 also der Wendepunkt und gleichzeitig der Abgesang an die rollenden Räucherstuben sein, die in den letzten Jahren die Straßen in und um Erkelenz eingenebelt und eingedudelt hatten? Nein, denn Reuls frohe Botschaft der Nebelfreiheit hatte doch nicht alle erreicht. Einige Gruppen nebelten gerade die Passagen der Zugstrecke, in denen besonders viele Menschen an Kurven standen, besonders hingebungsvoll ein. Da reicht es nicht, wenn beim Defilee am Alten Rathaus und vor den Augen des moderierenden Literaten Helmut Jopen die Nebelmaschine kurz ausgestellt wird, um dann hinter der nächsten Kurve wieder volles Rohr zu geben...

Ein Tänzchen in Ehren wagten diese Zebras in Erkelenz. Foto: Günter Passage

Davon abgesehen war es aber ein Rosenmontagszug, der schon wegen des Wetters in Erinnerung der Menschen bleibt. Fantasievolle Fußgruppen aus allen Bereichen des Stadtgebietes bereicherten den Zug und sorgten auch in den Wartephasen, bevor es weiterging, für reichlich gute Laune und für Tanzeinlagen mit dem Publikum. So marschierte in diesem Jahr auch die Lebenshilfe mit und brachte als Mexikaner die Jecken am Straßenrand zum Schunkeln. Und es wimmelte auf den Straßen vor Bären und Tigern, Drachen sowie exotischen Tänzerinnen oder wandelnden Pilzen.

Die Fußgruppen machten zusammen mit den Musikkapellen letztendlich rund die Hälfte des Zuges aus und wirkten wie das Salz in der an sich schon schmackhaften Suppe. Dabei hatten Hetzerather Jugendbläser, Golkrather Tröteköpp, St.-Rochus-Musikanten oder Städtischer Muskverein ebenso wie das Gerichhausender Reitercorps in „Bum-Bum-freien“ Zonen sogar den akustischen Raum, um musikalisch mit ihrem karnevalistischen Programm aufwarten zu können.

(hewi)
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