Kreis Heinsberg: Der ADFC ist die Stimme der Radfahrer im Kreis Heinsberg

Kreis Heinsberg: Der ADFC ist die Stimme der Radfahrer im Kreis Heinsberg

Natürlich ist Conny Boxberg mit dem Fahrrad gekommen. Sie fährt fast immer mit dem Rad, sagt sie. Egal, ob es regnet oder ob die Sonne scheint.

Eigentlich sei der Kreisverband vor ungefähr 20 Jahren gegründet worden, sagt Boxberg. Dann seien die Aktivitäten aber irgendwann eingeschlafen. „Es wäre schade gewesen, wenn der Kreisverband aufgelöst worden wäre“, sagt sie. Deshalb ergriff sie mit ihren Mitstreitern die Initiative und belebte den Kreisverband neu.

Fotos: Daniel Gerhards, imago/Olaf Selchow Foto: Daniel Gerhards

Das ist nun etwa ein Jahr her. Deshalb ist der ADFC im Kreis noch damit beschäftigt, Strukturen aufzubauen. Es gibt regelmäßige Treffen in Erkelenz und Geilenkirchen, regelmäßige Fahrradtouren und der Club versucht, Einfluss auf die Verwaltungen zu nehmen, damit der Kreis fahrradfreundlicher wird.

Die Hauptziele der 190 Mitglieder zählenden Kreisgruppe beschreibt Conny Boxberg so: „Wir wollen Begeisterung für das Radfahren wecken. Und wir wollen die Verwaltungen dazu bewegen, die Umstände fahrradfreundlicher zu gestalten.“ Und bei letzterem Punkt liege noch einiges im Argen. Als Radfahrer wisse man zum Beispiel an Kreuzungen oft nicht, wo der Radweg weitergeht. „Als Autofahrer sieht man immer ganz genau, wo die Fahrspur weitergeht. Als Fahrradfahrer muss man jedes Mal suchen“, sagt sie. Oft seien die Radwege auch zugeparkt, zugewachsen oder die Asphaltdecke ist von Baumwurzeln zur Buckelpiste gemacht worden. „Viele Radwege sind auch zu schmal“, sagt Friedhelm Rose, ADFC-Mitglied aus Geilenkirchen. Und das, obwohl sie in beide Richtungen befahren und auch noch von Fußgängern genutzt werden dürfen. Wenn sich Dreiräder, Fahrräder mit Kinderanhängern, Mütter mit Kinderwagen und Senioren mit Rollator entgegenkommen, reiche der Platz nicht aus. „Die zwei Meter Mindestbreite, die eigentlich vorgeschrieben sind, haben wir längst nicht überall“, sagt Rose.

Mit manchem Anliegen treffe man bei den Stadtverwaltungen auf offene Ohren, mit anderen weniger. „Die Verwaltungen sträuben sich beim Thema Kosten“, sagt Boxberg. Und bauliche Veränderungen zugunsten von Radfahrern kosten nun einmal Geld. „Um Radverkehr zu haben, muss man eine gute Infrastruktur bieten. Und Möglichkeiten, die Räder sicher abzustellen“, sagt Boxberg.

Dennoch habe man schon Erfolge erzielen können. Der ADFC unterstütze die Aktion „Stadtradeln“ in Erkelenz, die am Sonntag beginnt. Und in Geilenkirchen gab es einen Ratsbeschluss, der ein Radwegekonzept für die Stadt fordert, dabei solle der ADFC eingebunden werden.

An Ideen mangelt es Boxberg und Co. nicht. Sie finden, dass Veranstalter ihre Gäste zur Anreise mit dem Rad ermuntern könnten: Bei großen Veranstaltungen auf Haus Hohenbusch in Erkelenz werde zum Beispiel genau beschrieben, wie man die Veranstaltung per Auto oder Shuttle-Bus erreichen kann. „Wir finden, man sollte auch den Weg mit dem Rad bewerben“, sagt Boxberg.

Und auch bei den Radtouren des ADFC tue sich etwas. Bislang biete man Touren an, die in Erkelenz starten. Demnächst möchte man dieses Angebot auf die Städte Heinsberg und Hückelhoven ausweiten. Was die Lobbyarbeit für das Fahrrad angeht, wolle man sich aber auf das Rad als Verkehrsmittel für den Alltag konzentrieren. „Beim Radtourismus sind wir im Kreis Heinsberg sehr gut aufgestellt. Um unser Knotenpunktsystem beneiden uns viele“, sagen Boxberg und Rose. Ihre Hoffnung ist, dass die „Sonntagsradfahrer“ bei den schönen Touren durch den Kreis ihre Leidenschaft für das Rad entdecken und es dann auch im Alltag häufiger nutzen.

Gerne würde der ADFC seine Aktivitäten auch auf die anderen Kommunen im Kreis ausweiten. Bislang fehlen dafür aber Mitglieder, die sich aktiv einbringen wollen. „Wir sind jetzt im zweiten Jahr dabei und haben die Hoffnung, dass aus dem zarten Pflänzchen des Engagements mehr entsteht“, sagt Boxberg. „Am liebsten hätten wir zehn Ortsgruppen im Kreis Heinsberg.“

Weitere Infos gibt es im Netz beim ADFC