Dem Navi gefolgt: Mann fährt mit E-Tretroller auf der Autobahn A46

Blind dem Navi vertraut : Mann mit E-Tretroller auf der Autobahn unterwegs

E-Tretroller werden in Deutschlands Großstädten immer beliebter – autobahngeeignet sind sie jedoch keinesfalls. Trotzdem wagte sich ein 28-Jähriger am Montag mit seinem Gefährt auf die Autobahn 46. Zwei Autofahrer reagierten goldrichtig und sorgten dafür, dass die Irrfahrt glimpflich ausging.

Gegen 14.35 Uhr begab sich der junge Heinsberger auf die Autobahn, da er nicht länger auf seinen Zug am Erkelenzer Bahnhof warten wollte. „Er nahm die Navigationsfunktion seines Mobiltelefons in Anspruch und ließ sich hierüber über die Autobahn leiten“, teilte die Polizei mit. Kurz nach der Auffahrt Erkelenz-Süd nahmen sich zwei Autofahrer des E-Tretrollerfahrers an.

Sie formierten sich mit Warnblinker vor und hinter dem 28-Jährigen, um ihn sicher bis zur Anschlussstelle Hückelhoven-West zu bringen. Dort nahm ihn die Polizei in Empfang, die feststellte, dass der E-Tretroller nicht versichert war. Seinen E-Scooter durfte der Mann behalten - er musste ihn jedoch nach Hause schieben. Den Mann erwartet nun eine Strafanzeige.

Auf Autobahnen sind nur Fahrzeuge zugelassen, die mehr als 60 Kilometer pro Stunde fahren können. E-Tretroller dürfen jedoch nicht schneller als 20 Kilometer pro Stunde fahren.

Etliche Unfälle nach der Zulassung

Nach der Zulassung der neuen E-Tretroller auf deutschen Straßen Mitte Juni hat die Polizei bereits eine Reihe von Verstößen im Straßenverkehr festgestellt und etliche Unfälle aufgenommen. In einer ersten kurzen Bilanz appellierte die Berliner Polizei am Dienstag „ausdrücklich“ an die Fahrer, sich vor dem Start in den Straßenverkehr mit dem Roller vertraut zu machen.

In den ersten beiden Wochen seit der Zulassung der sogenannten E-Scooter seien acht Verkehrsstraftaten bekannt geworden, so die Berliner Polizei. In fünf Fällen waren die Fahrer angetrunken oder betrunken, in zwei dieser Fälle gab es außerdem einen Unfall, bei dem die Fahrer leicht verletzt wurden.

Die Polizei stellte fünf weitere Verkehrsunfälle mit E-Scootern fest, die alle von den Fahrern verursacht wurden. Vier Mal verletzte sich der Fahrer, zwei Mal schwer.

Die Polizei betonte: „Die neuen E-Scooter sind keine Kinderspielzeuge, sondern Kraftfahrzeuge.“ Es gelten die gleichen Promillegrenzen beim Alkohol wie beim Autofahren. Auch wenn es keine Helmpflicht gebe, „wird das Tragen dringend empfohlen“.

Ein weiteres Phänomen: Manche Menschen fahren zu zweit auf den E-Tretrollern, obwohl die meisten Fahrzeuge nicht dafür ausgelegt sind, wie der Vorstand des Bundesverbands Elektrokleinstfahrzeuge, Lars Zemke, sagte. Dies sei extrem gefährlich. In München konnte die Polizei so etwas verhindern: Zu zweit waren zwei junge Männer im Alter von 23 und 20 am vergangenen Freitag in der Altstadt auf einem E-Scooter unterwegs. Betrunken, wie die Polizei mitteilte.

(red/pol/dpa)
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