Wassenberg: Delegation aus Highworth besucht Partnerstadt Wassenberg

Wassenberg: Delegation aus Highworth besucht Partnerstadt Wassenberg

„Oyez, Oyez, Oyez!“, rief der Mann in seinem feinen blauen Zwirn und seinem schwarzen Dreispitz auf dem Kopf in den Ratssaal der Stadt Wassenberg und läutete dabei kräftig seine Messingglocke.

In bestem britischen Englisch fuhr er fort: „Hiermit wird bekanntgemacht, dass die Reisenden aus Highworth Ihnen dankbar sind, dass Sie sie für ein Wochenende in Ihren Häusern willkommen heißen. Wir hoffen, dass wir gemeinsam mit Ihnen viel über die Partnerstadt erfahren.“

Ein Bild von David Gibbons, das der „Silver Band“ aus Highworth gewidmet ist, schenkte Bürgermeister Nicholas Gardiner (rechts) seinem Amtskollegen Manfred Winkens. Foto: Anna Petra Thomas

Das gleiche versuchte Richard Williams, seines Zeichens der „Town Crier“, der sogenannte Ausrufer in High-worth, dann auch auf Deutsch. Dies gelang ihm weniger gut, wurde aber von den Gästen im Ratssaal mit ebenso viel Beifall honoriert.

„Ich bringe die Nachrichten in die Stadt“, erklärte Williams die Historie der Figur, die er verkörperte. Sie stamme aus der Zeit Wilhelm des Eroberers im 11. Jahrhundert. Der „Town Crier“ war einer der 40 Gäste aus Highworth, die jetzt für vier Tage in Wassenberg angereist waren und von Bürgermeister Manfred Winkens im Ratssaal des Ratshauses offiziell empfangen wurden.

„So viele Leute waren noch nie hier“, freute sich Sepp Becker, der Präsident des Wassenberger Partnerschaftskomitees. Seit sieben Jahren bestehe nun die Partnerschaft mit der rund 8000 Einwohner zählenden Stadt im Südwesten Englands, doch Beziehungen gebe es schon viel länger. Highworth ist nämlich ebenfalls Partnerstadt von Pontorson in der französischen Normandie, mit der Wassenberg bereits seit 49 Jahren eine Partnerschaft verbindet.

In britischer Hand

Die Freunde aus Highworth habe man immer schon bei den Partnerschaftstagen in Pontorson getroffen, und zu den Partnerschaftstagen in Wassenberg sei ebenfalls eine Delegation aus Highworth angereist. Nun sei in Highworth der Wunsch entstanden, Wassenberg einmal mit einer großen Gruppe zu besuchen, erklärte Becker.

So war der Ratssaal an diesem Morgen fest in britischer Hand, abgesehen vom Bürgermeister, den Vertretern des Wassenberger Partnerschaftskomitees und den gastgebenden Familien, die im Zuhörerraum Platz genommen hatten.

„Good morning everybody“, begrüßte Bürgermeister Manfred Winkens die Gruppe hier in fließendem Englisch, auf das er aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Englischlehrer zurückgreifen konnte. Er sei „sehr, sehr glücklich“, dass zum ersten Mal eine so große Gruppe von Einwohnern aus Highworth Wassenberg besuche“, betonte er.

Dabei hatten die Gäste bei ihrer Anreise einige Schwierigkeiten gehabt. Nach einem Sturm auf hoher See und einem Stau auf der belgischen Autobahn war ihr Bus erst zweieinhalb Stunden später angekommen als zunächst geplant.

„Wir sind hier so herzlich empfangen worden“, erklärte Nicholas Gardiner, erst seit Mai in Highworth im Amt des Bürgermeisters. Er war mit seiner Frau und seinen beiden Kindern nach Wassenberg gekommen. Wassenberg sei ein wunderbarer Ort, schwärmte er.

Als Gastgeschenk hatte er ein Bild des Malers David Gibbons mitgebracht, das der „Silver Band“ gewidmet ist, einem traditionsreichen Musikverein in Highworth, der bereits 1887 erstmals erwähnt wurde. Winkens überreichte im Gegenzug an Gardiner ein Siegel der Stadt Wassenberg und ein Glasbild mit dem Wappen der Stadt.

Nachdem Richard Pearce, der Präsident des Komitees in Highworth, Ulli Gütte vom Wassenberger Komitee für die Organisation der Unterbringung der Gäste in Gastfamilien gedankt hatte, schenkte Becker einen Kalender für das Jahr 2018 an den Maler Ian Miller aus Highworth, der ebenfalls nach Wassenberg gekommen war.

Das Wassenberger Komitee gibt anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Partnerschaft mit Pontorson einen Kalender heraus. Das Bild für den Monat Februar, eine Ansicht von Highworth, stammt von Miller.

Viele Eindrücke

Nach dem Empfang starteten die Gäste in zwei Gruppen, geleitet von Sepp Becker und Dr. Karin Hilgers sowie von Walter Bienen und Dr. Susanne Beckers, zu einem Rundgang durch Wassenberg. Am Abend trafen sie sich in Orsbeck alle wieder zusammen zu einem gemeinsamen Abendessen.

Der Sonntag führte die Gruppe aus Highworth zum Tagebau Garzweiler und nach Aachen. Am Montag hieß es dann, wieder Abschied zu nehmen aus Wassenberg. Mit vielen Eindrücken aus ihrer Partnerstadt und aus ihrer Umgebung kehrten die Gäste nach England zurück.