Erkelenz: Das Virtuelle Museum kommt weiter voran

Erkelenz : Das Virtuelle Museum kommt weiter voran

Am Tag der Deutschen Einheit versammelte sich der Heimatverein zur Jahreshauptversammlung im Sitzungssaal des Alten Rathauses.

Die Berichte aus den Arbeitskreisen wurden diesmal schriftlich verteilt, damit sie nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Denn der Fokus sollte diesmal auf dem neuen Arbeitskreis „Virtuelles Museum“ liegen, dessen bisherige Arbeit der Leiter Bernd Finken zusammen mit Elmar Bransch von der IT-Firma Minkenberg vorstellte.

Das Unternehmen war mit ins Boot geholt worden, weil der Umfang des Virtuellen Museums mit seiner Nutzungsvielfalt auch der professionellen Umsetzung bedürfen, wie der Vorsitzende Günther Merkens bei seiner Begrüßung der hervorhob.

Neben den Berichten standen auch Vorstandswahlen auf dem Programm. Merkens wurde ebenso wie sein Stellvertreter Dr. Hans-Heiner Gotzen und die Geschäftsführer Theo Görtz und Agnes Borgs für die kommenden zwei Jahre in seinem Amt bestätigt. Seinen letzten Kassenbericht legte Schatzmeister Werner Leopold vor, der nicht erneut für das Amt kandidierte.

Er begründete diese Entscheidung vor allem mit den gewachsenen Anforderungen an die Buchführung eines Vereins sowie die vom Finanzamt geforderte Digitalisierung, die mit seinen beruflichen Verpflichtungen nicht mehr in Einklang zu bringen seien. Immerhin, so hob er hervor, würden jährlich mehr als 400.000 Euro bewegt, was dem Geschäftsvolumen manches Unternehmens entspreche.

Sein Nachfolger Hans-Josef Frentzen ist Steuerberater und damit bestens für die Aufgabe geeignet. Er wurde ebenso einstimmig wie die restlichen zur Wahl stehenden Vorstandsmitglieder gewählt. Bestätigt wurden auch die Beisitzer Heinz Musch, Wolfgang Lothmann, Heike Goltz-Pranschke und der Mannheimer Professor Hiram Kümper, der schon maßgeblich an der Übersetzung der Baux-Chronik beteiligt war.

Bürgermeister Peter Jansen bescheinigte dem Verein — ebenso wie der Wahlleiter und Ehrenbürgermeister Theo Clemens —, dass er nicht nur für die Bewahrung und Erforschung der Vergangenheit bedeutend sei. Mit seinem Engagement lege er auch die Basis für die zukünftige Entwicklung in Erkelenz.

Zum Beispiel mit der Idee des Virtuellen Museums, die im Anschluss an die Regularien vorgestellt wurde. Zur Einstimmung trug Theo Schläger zwei Lieder vor, in denen er den drohenden Verlust der Heimat durch den Braunkohletagebau thematisierte. Die Stücke „Als die Bagger kamen“ und „Wenn wir nun geh‘n“ warfen einen wehmütigen Blick zurück, vermittelten aber auch die Gewissheit, dass es weitergeht.

Mehr als 6000 Fotos

Finken beschrieb das Projekt des „Virtuellen Museums der verlorenen Heimat“ wie ein Baugebiet, in dem der Anzahl der Erkelenzer Ortschaften entsprechend 45 Häuser entstehen sollen. Mit dem Bau des ersten Hauses namens „Keyenberg“ sei nun begonnen worden. Folgen werden die Ortschaften, die gemeinsam mit Keyenberg dem Bagger weichen müssen. Aber auch die Ortschaften auf der anderen Seite der B57 werden ebenso einbezogen wie die Innenstadt mit ihrer langen Geschichte.

Das Virtuelle Museum wird in einer sogenannten Cloud, also in einem onlinebasierten Speichernetzwerk, angesiedelt sein und kann von den Museumsmachern jederzeit erweitert werden. Es ermögliche verschiedene Formen des Zugangs. Ob spielerisch oder mit wissenschaftlichem Ansatz.

Derzeit werden die gesammelten Materialien zu Keyenberg ausgewertet und bearbeitet. Über 6000 Fotos und mehr als zwei Stunden Filmmaterial sind zusammengekommen, die ein virtuelles Panorama des Ortes ergeben sollen. Darin, so die Idee, soll man sich möglichst frei „bewegen“ können und interessante Details wie die Kirche auch dreidimensional interaktiv erkunden können.