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Förderung eingestellt: Das Aus des Investitionspakts lässt viele Sportstätten-Pläne platzen

Förderung eingestellt : Das Aus des Investitionspakts lässt viele Sportstätten-Pläne platzen

Die Bundesregierung will zum Ende des Jahres 2022 den damals von der Großen Koalition geschlossenen Bund-Länder-Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten einstellen. Eigentlich sollte das Förderprogramm bis 2024 andauern.

Carsten Kornetka ist enttäuscht. Der SV 09 Scherpenseel-Grothenrath, dessen Vorsitzender ist, braucht dringend einen neuen Trainingsplatz. Am besten einen Kunstrasenplatz, denn das Grün wird von vielen Abteilungen des Clubs bespielt. Damit aus dem Sportplatz ein Kunstrasenplatz wird, müssten mindestens 900.000 Euro investiert werden, schätzt Kornetka. Geld, das der Verein nicht hat.

Besitzer des Platzes, der dem Verein zur Verfügung gestellt wird, ist die Stadt Übach-Palenberg, die sich lange Zeit im Nothaushalt befunden habe. „Sicher kann auch die Kommune nicht einfach so einen Kunstrasenplatz finanzieren. Aber es gibt ja auch noch Förderprogramme“, sagt Kornetka. Auf eines hatte er ganz besonders geschielt: den Investitionspakt Sportstätten.

Mit dem Investitionspakt Sportstätten unterstützt der Bund mit den Ländern die Kommunen durch Investitionszuschüsse für die bauliche Sanierung und den Ausbau von Sportstätten. Doch aus diesem wird der SV beziehungsweise die Stadt Übach-Palenberg keine Förderung mehr beantragen können, denn der Investitionspakt des Bundes für Sportstätten läuft aus. Obwohl das Programm noch bis 2024 laufen sollte, hat die Ampel-Koalition entschieden, die Förderung vorzeitig zu beenden.

Das Nachsehen hat nicht nur der SV Scherpenseel, sondern zahlreiche Vereine und Kommunen im Kreis, deren Projekte nun nicht mehr in Angriff genommen werden können, denn ohne die Fördergelder können viele Maßnahmen schlicht nicht umgesetzt werden. Die Heinsberger CDU-Abgeordneten in Land und Bund Wilfried Oellers, Thomas Schnelle und Bernd Krückel sind darüber verärgert. „Gemeinsam hatten Bund und Länder vereinbart, kommunale Sportstätten finanziell zu fördern und dafür ein millionenschweres jährliches Investitionspaket aufgelegt. Bund und Länder übernehmen 90 Prozent der Kosten, zehn Prozent die Kommunen, die davon profitieren,“ sagt der Landtagsabgeordnete Thomas Schnelle. „Das ist ein gutes Konzept, aus dem der Bund sich nun überraschend zurückzieht. Das ist ein Tiefschlag für unsere Sportvereine und Kommunen, insbesondere im ländlichen Bereich“.

„Das unter der damaligen CDU-geführten Bundesregierung eingeführte Programm förderte insbesondere die vielen Sportvereine, die einen wichtigen Beitrag für unser gesellschaftliches Leben leisten“, sagt Bernd Krückel, CDU-Landtagsabgeordneter auf Nachfrage unserer Zeitung. „Das ist definitiv ein Sparen am falschen Ende, denn gerade in schwierigen Zeiten muss man Kindern und Erwachsenen ermöglichen, Vereinssport zu treiben“, so Krückel.

Gerade auch energetische Neubauten unter den Sportstätten seien in diesen Zeiten wichtiger denn je, betont Krückel und kritisiert: „Die Ampel-Regierung lässt mit dieser Entscheidung Vereine und Kommunen im Stich.“

Der Investitionspakt Sportstätten ist ein zweites Förderprogramm neben „Moderne Sportstätten 2022“ mit dem das Land Nordrhein-Westfalen die Sportvereine und Sportverbände im Land unterstützt. Ziel dabei ist die Behebung des massiven Modernisierungs- und Sanierungsstaus bei Sportstätten.