Sittard-Geleen: „Damokles-Politik” gegen Drogen: Privatwohnung wird geschlossen

Sittard-Geleen: „Damokles-Politik” gegen Drogen: Privatwohnung wird geschlossen

In der niederländischen Stadt Geleen droht jetzt erstmals die Schließung einer Privatwohnung durch die Behörden wegen einer illegalen Hanfplantage. Damit wird die sogenannte „Damokles-Politik” erstmals wegen einer Cannabispflanzung umgesetzt.

Am Mittwoch war der 50-jährige Besitzer des Hauses in der Van Hiltenstraat verhaftet worden. In seinen Räumen fanden die Polizeibeamten 270 Cannabispflanzen. Eine anonyme Meldung bei einer Hotline hatte die Polizei auf die Spur des Mannes gebracht. Die Pflanzen wurden zerstört, die technischen Gerätschaften beschlagnahmt.

Weil damit zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren Drogen auf dem Grundstück angebaut wurden, plant Bürgermeister Sjraar Cox nun, das Haus für drei Monate zu sperren. Bislang seien solche Schließungen nur verhängt worden, weil in den Gebäuden harte Drogen gefunden wurden. „Dies ist das erste Mal, dass eine private Wohnung möglicherweise geschlossen wird in Verbindung mit Hanfplantagen.”

Hintergrund ist die 2010 in Sittard-Geleen beschlossene sogenannte „Damokles-Politik”. Demnach kann der Bürgermeister Räumlichkeiten, in denen Drogen verkauft, abgenommen oder gefunden werden, für bestimmte oder unbestimmte Zeit schließen.

Dabei wird zwischen harten und weichen Drogen sowie Privatwohnungen und gewerblichen Räumen wie Coffeeshops unterschieden. So wird etwa beim Auffinden harter Drogen in einem Coffeeshop dieser umgehend für zwölf Monate geschlossen. Für weiche Drogen wie Hanf in privaten Räumen gilt dagegen, dass beim ersten Fall lediglich eine Warnung ausgesprochen wird.

In den kommenden Tagen soll entschieden werden, ob der Beschluss zur Schließung der Wohnung verhängt wird.

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