Conzen: Überzogene Auflagen gefährden Existenz

Landwirte üben Kritik : Überzogene Auflagen gefährden Existenz

Die Landwirte im Kreis Heinsberg kritisieren die Bundesregierung scharf. Anlässlich der kommende Woche stattfindenden Agrarministerkonferenz in Mainz bringen die Bauern im Rheinland ihre Empörung über das beschlossene Agrarpaket zum Ausdruck.

„Die Flut der Vorschriften, die durch das Agrarpaket auf die landwirtschaftlichen Familienbetriebe einprasselt, gefährdet unsere Existenz“, sagt Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg. Zahlreiche Landwirte wollen am Donnerstag nach Mainz fahren, um ihren Unmut gegen diese Politik zu demonstrieren.

Ob Aktionsprogramm Insektenschutz, Tierwohl-Label, Mittelumschichtung bei den europäischen Agrarsubventionen oder das seit Monaten diskutierte neue Düngepaket: „Die Bauern im Rheinland sind ungehalten über die Ignoranz und die fachliche Inkompetenz, mit der ordnungsrechtliche Maßnahmen für alle Bereiche des Wirtschaftens auf Hof und Feld von der Politik rücksichtslos vorangetrieben werden“, fasst Conzen die aktuelle Stimmung zusammen.

Die Fassungslosigkeit wird nicht nur in sozialen Netzwerken und auf Versammlungen deutlich. Zahlreiche Bauern machen mit dem Aufstellen von grünen Kreuzen in der Feldflur auf die Lage der Landwirtschaft aufmerksam. Diese Aktion richte sich „gegen die steigende Auflagenflut, überzogene Bürokratie, Dumpingpreise für Essen, gegen ungebremsten Flächenverbrauch und die unfaire Handelspolitik“, teilte die Kreisbauernschaft mit. Dahinter stecke im Kern die Frage nach der Zukunft der von bäuerlichen Familienbetrieben getragenen Landwirtschaft im Rheinland.

Bernhard Conzen kommentiert den steigenden Frust der Bauern so: „Es muss endlich Schluss sein mit dem maßlosen Aktionismus gegen die Landwirtschaft.“ Er kündigte an, dass der Berufsstand in Kürze dazu ein deutliches Zeichen setzen werde. „Geht es so planlos  und praxisfern weiter wie bisher, wird man nur ein Ziel erreichen: Dass die regionale Landwirtschaft verschwindet und Nahrungsmittel in Zukunft aus dem Ausland kommen. Das trifft am Ende nicht nur die Bauern, sondern schadet der gesamten Gesellschaft.“

Er werde sich konsequent gegen eine Ausdehnung des Ordnungsrechtes und für das mit der Politik in Nordrhein-Westfalen über viele Jahre erfolgreich entwickelte Prinzip der Kooperation einsetzen. Die Bauern im Rheinland seien bereit, den längst begonnenen Veränderungsprozess im Sinne von Klima-, Umwelt- und Naturschutz weiter voranzubringen. Voraussetzung dafür seien allerdings Respekt und Anerkennung für das, was die Landwirte für die Gesellschaft leisteten.