Comedian Markus Maria Profitlich in Oberbruch

Markus Maria Profitlich in Oberbruch : „Die ganze Welt ist verrückt“

„Schwer verrückt!“ Ja, so gab sich Markus Maria Profitlich von der ersten bis zur letzten Sekunde seiner neuen One-Man-Show, mit der er als erster Komiker nach der Renovierung in der Oberbrucher Festhalle zu Gast war.

Und damit als erster auch die komplett sanierte Garderobe in Beschlag nehmen durfte, nachdem gerade am Vortag erst der neue Boden eingebaut worden war. „Schön geworden!“, staunte er, als er mit seinem gelben Handtuch den schwarzen Waschtisch trocknete.

Mit Piratenklängen ging´s dann auf die Bühne. Angekündigt wurde Profitlich dort als der „Freibeuter“ unter den Komikern. „Ich finde, die ganze Welt ist verrückt“, erklärte er. Jeder glaube von sich, der einzig vernünftige Mensch zu sein. Was folgte, war quasi Programm für den ganz Abend: Viel Hintersinn hinter dem Klamauk, den er aussprach, oder in Pantomimen, begleitet von einer guten Akustik-Show.

So machte er sich zum Beispiel eine Weisheit des Dalai Lama zu eigen. Menschen müssten geliebt und Dinge genutzt werden, sage dieser. Aber heute sei es doch genau andersherum, so Profitlich. Lachfalten zeigten sich dann in hunderten Gesicherten, als er das vom Dalai Lama im gemeinsamen Pilates-Kurs erfahren haben wollte. Weiter ging´s mit einem Blick auf den Schönheitswahn so mancher Zeitgenossen und die Wahl moderner Vornamen, ehe er mit seiner ersten Pantomime als Kegelbruder überzeugte. Zwei weitere sollten folgen, eine beim Angeln und eine zweite bei seiner Fahrt im ICE.

Ganz offen und voller Humor ging Profitlich auch mit seiner Krankheit Parkinson um. Dabei dachte er an einen Titel für sein Programm im nächsten Jahr. „Alles außer Mikado“ könnte er es doch nennen, schlug er vor, oder „Schütteln vor Lachen“. Zum Thema moderne Essgewohnheiten kam er dann mit der Tochter seiner Freundin im Off ins Gespräch, ehe er von Onkel Hubert berichtete. Ein kleines Witzefeuerwerk zwischendrin kam ebenfalls beim Publikum gut an, etwa mit dem Sarg, der nicht aufgeht, weil ein Zuhälter drin ist, oder dem Steuerberater, der dem Junkie prophezeit, dass ihn seine Fixkosten noch umbringen werden.

Musikalisch folgte noch eine wunderbare Ode an die Eintagsfliege, ehe er seinen aktuellen Lieblingsspruch verriet: „Hast Du was Veganes im Kühlschrank? Ja, Licht.“

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