Comdatek zieht um und wächst rasant

Viele neue Arbeitsplätze : Comdatek zieht um und wächst rasant

Es ist sicherlich für Wassenberg die größte Sensation der letzten Jahre. Die Comdatek GmbH, eine der größten Digitaldruckereien Deutschlands, verlegt ihren Hauptsitz mit umfassenden neuen Verwaltungs-, Produktions- und Logistikkapazitäten von Hückelhoven auf eine rund 120.000 Quadratmeter große Fläche in den Industriepark Rurtal.

Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens ist begeistert: „Das ist ein ganz wichtiger Erfolg für die Stadt Wassenberg und den gesamten Wirtschaftsstandort Kreis Heinsberg. Hier werden in den nächsten Jahren hunderte neue, zukunftsorientierte Arbeitsplätze entstehen.“ Schon vor etwa eineinhalb Jahren hätten die Vorbereitungen begonnen, sagt Winkens. Die voll erschlossene Fläche im Industriepark Rurtal gleich in der Nähe des heutigen Firmen-Hauptsitzes habe den Vorstellungen von Comdatek entsprochen. Lediglich die überbaubare Fläche muss geringfügig erhöht und einige Grünflächen anderweitig kompensiert werden. Hierüber hatte der Rat noch zu entscheiden.

„Sie wollen auf jeden Fall noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen. Wir rechnen mit Herbst. Sie wollen 2020 fertig werden, weil sie in Hückelhoven aus allen Nähten platzen.“ Erst am Mittwoch sei der Notarvertrag unter Dach und Fach gebracht worden. Geschäftsführer Viktor Kelm habe erklärt, dass Comdatek die größte Druckerei ihrer Art in ganz Europa werden wolle.

Das 2008 von den Brüdern Viktor, Alexander und Erich Kelm in Hückelhoven gegründete Unternehmen ist seit Jahren auf Expansionskurs. Nach eigenen Angaben liegt der Jahresumsatz von Comdatek bei mehr als 40 Millionen Euro –

Tendenz steigend. Derzeit sind rund 340 Mitarbeiter am bisherigen Unternehmenssitz an der Hückelhovener Rheinstraße beschäftigt. „Eine weitere Unternehmensentwicklung an der Rheinstraße war nicht mehr möglich, deshalb mussten wir uns nach neuen Möglichkeiten umschauen“, erklärt Viktor Kelm die Entwicklung seines Unternehmens und betont zugleich, dass auch der Standort in Hückelhoven erhalten bleiben soll.

Erfreulicherweise für alle Beteiligten musste Comdatek nicht allzu weit in die Ferne schweifen. Im Wassenberger Teil des Interkommunalen Industrieparks Rurtal (Hückelhoven-Wassenberg) wurde man fündig. Die Vermarktung des Geländes erfolgte gemeinsam durch den EBV als Grundstückseigentümer des ehemaligen Zechengeländes und die Stadt Wassenberg. Dort soll in den nächsten Monaten ein Bürokomplex für rund 200 Mitarbeiter sowie zunächst rund 20.000 Quadratmeter Produktionsflächen entstehen, die um ein Logistik- und Versandzentrum in der Größenordnung von etwa 7.200 Quadratmetern ergänzt wird.

Nur der erste Schritt

Das Unternehmen beabsichtigt, allein in Produktion und Versand rund 550 bis 600 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Nach den derzeitigen Planungen wird dies aber nur der erste Schritt sein, denn die weitreichenden neuen Produktionskapazitäten sollen in den nächsten Jahren noch einmal deutlich erweitert, ja sogar gedoppelt, werden.

Für Planung und Projektmanagement zeichnet das Architekturbüro Emondts aus Hückelhoven verantwortlich. Wolfgang Emondts: „Für uns als Architekturbüro mit enger regionaler Verbundenheit ist es natürlich eine besondere Aufgabe, für die Comdatek GmbH das letzte große Areal des ehemaligen Schacht IV mehr als zwei Jahrzehnte nach der Stilllegung von Sophia-Jacoba einer neuen wirtschaftlichen Nutzung zuzuführen.“

Keine Nachteile für Hückelhoven

Auch Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg, die in der Koordinierungsphase in das Ansiedlungsprojekt involviert war, freute sich über die Entwicklung, die Wassenberg

zugute komme, Hückelhoven zugleich nicht zum Nachteil gereiche und angesichts der positiven Arbeitsmarkteffekte außerordentlich wichtig für den gesamten Wirtschaftsstandort Kreis Heinsberg sei. Zugleich wies Schirowski aber auch darauf hin, dass damit auch eines der „allerletzten großen Filetstücke“ vom Markt sei. „Das ist natürlich gut so – denn das ist das Ziel! Aber es zeigt auch, dass wir angesichts der anhaltend guten Wirtschaftsentwicklung dringend weitere Gewerbe- und Industrieflächen im Kreis Heinsberg brauchen.“

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