Cmp Heinsberg wächst rasant

CMP in Heinsberg hat große Ziele : Firma für Veredelung von Kohlenstofffasern wächst rasant

Der Experte für die Veredelung von Kohlenstofffasern nimmt in Heinsberg die größte Produktionsmaschine ihrer Art weltweit in Betrieb. Auch bis zu 20 neue Abeitsplätze sollen entstehen.

Kein leuchtend schillerndes und schon von weither sichtbares Firmenschild, keine Wegweiser - die Firma cmp übt sich an der Industrieparkstraße in Heinsberg eher in Bescheidenheit. Und das, obwohl sie allen Grund hat, mit stolz geschwellter Brust auf ihre rasante Entwicklung in den letzten Jahren zu verweisen. Erst im Jahr 2011 wurde cmp, was übrigens für „Customer meets perfection“ steht, in dem Industriegebiet aus der Taufe gehoben.

„Wir stellen Faserverbundstoffe aus Kohlenstofffaser her“, erläutert Daniel Grauer, der Marketing- und Vertriebsleiter des Unternehmens. „Aber auch Glasfasern und Aramid-Fasern werden von uns veredelt.“ Unter Veredelung versteht Grauer eine Art Imprägnierung der Fasern oder des Gewebes mit einem Harz, dessen Zusammensetzung natürlich ein streng gehütetes Firmengeheimnis ist. Verständlich, denn das Resultat ist ein nahezu unverwüstlicher Werkstoff, der durch Hitze und Druck in nahezu jede beliebige Form gepresst werden kann.

Wie widerstandsfähig das Material ist, zeigt sich an dem jüngsten Auftrag des Unternehmens. „Aramid-Verbundwerkstoff aus dem Hause cmp ist in den 5000 Schutzhelmen, die die Landesregierung gerade für die Polizei bestellt hat“, erklärt Grauer. „Die Spezialhelme schützen die Polizisten vor allem im Frontbereich vor Beschuss aus Schnellfeuergewehren, Messerstichen, Flammen und Säure.“ Bis zum Ende des Jahres läuft in Heinsberg die Produktion des Werkstoffes, der bei einem Unternehmen in Österreich zum Helm wird.

Aus der Imprägniermaschine läuft gerade ein fertiges Glasfasergewebe, das noch feucht schimmert. Foto: Rainer Herwartz

Das Einsatzgebiet der veredelten Fasern ist jedoch noch weit vielschichtiger. „Auch das Material für den Fußboden des A 320 neo von Airbus kommt exklusiv aus Heinsberg.“ In Automobilen findet sich die Handschrift von cmp zum Beispiel im Porsche RS, dem Audi R 8 oder im Bereich der DTM und der Formula E. Letzteres ist in gewisser Hinsicht bereits wegweisend. Denn leichten und stabilen Baumaterialien gehört gerade beim Bau von Elektrofahrzeugen die Zukunft.

Und die hat cmp fest im Blick. Wurden bislang pro Jahr etwa 1,5 Millionen Meter Fasern veredelt mit der ersten Produktionsanlage, so wird sich mit der neuen Anlage die Produktion verdoppeln. Die neue „Horizontale Hotmelt Prepreg“-Anlage habe sogar noch Kapazität für 500.000 Meter mehr, sagt Grauer.

Laut Daniel Grauer soll dies der größte kühlschrank in Heinsberg sein. In ihm herrschen minus 18 Grade, um unter anderem die frisch imprägnierten Faserverbundstoffe abzukühlen. Foto: Rainer Herwartz

5,5 Millionen Euro hat das Unternehmen für die Erweiterung in die Hand genommen. Nicht nur die weltgrößte Produktionsmaschine, sondern auch neue Produktions- und Büroflächen mussten schließlich gebaut werden. So wuchs die Produktion seit dem Baubeginn im November 2017 von 1800 Quadratmeter auf 3900 Quadratmeter und die Bürofläche von 200 auf 570 Quadratmeter. Auch die Zahl der Mitarbeiter stieg bereits von 33 auf 40 und soll noch um bis zu 20 Personen wachsen. Die Nachfrage bei den veredelten Fasern ist so hoch, dass bei Cmp an sechs Tagen in drei Schichten die Produktion läuft. Das schlägt sich auch im erzielten Umsatz nieder. Waren es im Jahr 2017 noch zehn Millionen Euro, so stieg er nur ein Jahr später schon auf 13 Millionen Euro an. Doch das soll längst nicht das Ende der Fahnenstange sein, ist Grauer zuversichtlich. „Wir streben in fünf Jahren einen Umsatz von 30 Millionen Euro an.“ Dann dürfte cmp auch ohne schillerndes Firmenschild leuchten.