Erkelenz: Christina Ide übernimmt Hospiz-Leitung in Erkelenz

Erkelenz : Christina Ide übernimmt Hospiz-Leitung in Erkelenz

„Das Hospiz braucht ein Gesicht“, erklärte Bürgermeister Peter Jansen. In seiner Funktion als Vorsitzender des Kuratoriums der Hermann-Josef-Stiftung war er an der Suche nach einem geeigneten Kandidaten für die vakante Stelle der Leitung des Hospizes beteiligt.

Dementsprechend ließ er es sich nicht nehmen, bei der offiziellen Vorstellung „des neuen Gesichts“ dabei zu sein. Christina Ide stammt aus Erkelenz und ist beruflich wie familiär eng mit dem Erkelenzer Krankenhaus verbunden. Ihre Mutter Irene war dort lange Jahre als Krankenschwester tätig. Auch die heute 37-jährige Christina Ide absolvierte im Hermann-Josef ihre Ausbildung zur examinierten Krankenschwester, bevor sie zum Klinikum nach Aachen wechselte. Dort bildete sie sich zur Kauffrau im Gesundheitswesen weiter und war die letzten fünf Jahre im Case-Management in der Radioonkologie und Strahlentherapie tätig.

Die Bedeutung der Palliativversorgung von schwerstkranken Patienten wurde ihr bewusst, als ihr Vater an Lungenkrebs verstarb. Dies führte zu einem Wendepunkt in ihrem beruflichen Weg und zur individuellen Betreuung der Patienten. Ein Bereich, den sie im Klinikum aufbauen konnte und in dem sie hauptsächlich mit Palliativpatienten zu tun hatte.

Dort führte sie auch einen Mitarbeiter ein, der mit ihr nach Erkelenz ins Hospiz gewechselt ist: Therapie-Begleithund Oskar. Von der vakanten Stelle in Erkelenz las sie „aus Zufall bei Facebook“, wie Christina Ide beim Gespräch mit Bürgermeister Jansen und Verwaltungsdirektor Jann Habbinga erzählte. „Das Erkelenzer Hospiz hat einen guten Ruf“, erläuterte sie.

Dies verdankt das Hospiz sicherlich Ulrike Clahsen, die vor 18 Jahren den Grundstein für das heutige Hospiz legte, es aufbaute und für den Hospizgedanken warb. Im Herbst 2016 übergab sie an ihren Sohn Björn und wendete sich neuen Aufgaben in der Koordination des ambulanten Hospiz- und Beratungsdienstes innerhalb der Stiftung zu. Sohn Björn legte die Leitung aber nach einigen Monaten nieder, um zu seinem alten Aufgabenfeld in der Behindertenarbeit zurückzukehren.

Christina Ide übernimmt ein Hospiz in Bewegung. Denn mit der Reform des Palliativ- und Hospizgesetzes ist eine Aufstockung der Pflegekräfte um 25 Prozent auf 14 Stellen möglich. Dazu kommen Reinigungs- und Hauswirtschaftskräfte, so dass das Hospiz noch 2018 auf 21 Angestellte aufgestockt werden kann, wie Jann Habbinga erläuterte.

Bis zu 13 Patienten werden betreut. Mehr Personal bedeutet aber auch mehr Kosten. Auch wenn nur noch fünf anstelle der bisher zehn Prozent der Kosten aus Spenden stammen müssen, entspricht dies bei der personellen Aufstockung immer noch rund 120.000 Euro pro Jahr.

(hewi)
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