CDU will Grundschule Grebben erhalten

Bald Bürgerversammlung : CDU will Grundschule Grebben erhalten

Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Heinsberg hat sich offenbar mehrheitlich entschieden: Der Grundschulstandort Grebben soll erhalten und ausgebaut werden. Die Stadt hatte zuvor ein bautechnisches Gutachten eingeholt, die Firma bft Cognos aus Aachen den Auftrag erhalten.

Sie befasste sich demnach mit der Grundschule in Grebben, der Don-Bosco-Schule in Oberbruch und der Grundschule Schafhausen, um unter anderem mögliche Lösungsszenarien für das Problem einer teilweise schlechten Bausubstanz und Grundwasser im Kellerbereich der Grundschule in Grebben zu erarbeiten. Obwohl das Gutachten sich gegen den Erhalt des alten Schulgebäudes aussprach, gibt es für die Christdemokraten laut Fraktionsvorsitzendem Norbert Krichel gute Gründe, daran festzuhalten, wie er jetzt im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte.

„Nachdem mehrere Gutachter attestiert haben, dass eine Trockenlegung der Grundschule Grebben möglich ist, hat sich die CDU-Fraktion mehrheitlich dafür entschieden, diese Maßnahme zu favorisieren, um den Erhalt des Schulstandortes sicherzustellen.“

Die im Cognos-Gutachten vorgeschlagene Option des Umzugs in die Don-Bosco-Schule wurde von der CDU-Fraktion nicht gewählt, da dieses Schulgebäude vom Kreis Heinsberg als Schulgebäude genutzt und dauerhaft angemietet werde, erklärte Krichel. Es mache wenig Sinn, wenn die Schulen aus Grebben und Schafhausen zusammengefasst würden, die Schüler dann aber zu einem anderen Ort in der Stadt transportiert werden müssten. Das wolle die CDU weder Schülern noch Eltern zumuten. „Außerdem bringt uns die Vermietung der Don-Bosco-Schule in den nächsten Jahren das Geld ein, das wir in Grebben mehr investieren müssen.“

Das Cognos-Gutachten hatte einen Umzug in die Don-Bosco-Schule aus wirtschaftlicher Sicht bevorzugt. Bei den Schulen in Grebben und Schafhausen handelt es sich um einen Grundschulverbund mit derzeit eigenständigen Gebäuden an den jeweiligen Standorten. Für die Instandsetzung und Erweiterung der Grundschule Grebben konnten sich die Gutachter nicht erwärmen.

Es ergäben sich Kosten von etwa 2.170.000 Euro bei einem vollständigen Austausch der Fensterelemente oder 1.915.000 Euro ohne. „Von diesen Kosten würden allein circa 554.000 Euro auf den nachträglichen Einbau einer Weißen Wanne inklusive der hierfür erforderlichen De- und Remontagearbeiten der technischen Anlagen entfallen“, hieß es. Eine „Weiße Wanne“ könne überdies nicht verhindern, dass bei einer nicht vorhandenen funktionstüchtigen Außenwandabdichtung weitere fortschreitende Schädigungen des Bestandstragwerkes stattfänden.

„Aus unserer Sicht wäre es aus den aufgeführten Gründen nicht sinnvoll, circa 554.000 Euro in die Ertüchtigung des Bestandsgebäudes Grebben für eine Weiße Wanne zu investieren. Die Risiken und die Höhe der Investition von 554.000 Euro nur für die Ertüchtigung des Kellers ohne Schaffung zusätzlicher, qualitativer Flächen stehen in keinem vernünftigen Verhältnis“, zogen die Experten von Cognos ein Resümee.

Die CDU sieht die Prognosen hingegen nicht so düster. „Für uns war wichtig, gibt es technisch die Möglichkeit, den Standort zu erhalten? Und es ist möglich“, sagt Krichel. Einem kompletten Neubau erteilen allerdings auch die Christdemokraten eine Absage. Bei diesem Szenario lägen die „grob geschätzten Kosten“ für den Abbruch der Bestandsgebäude und dem Neubau einer Schule mit zwölf Klassen bei etwa 9.630.000 Euro. „Das wäre so teuer, dass alle übrigen Schulen in der Stadt dann über Jahre in ihrer baulichen und technischen Entwicklung eine Stagnation erführen“, meint Krichel. „Mit der getroffenen Entscheidung setzt die CDU-Fraktion ihren schulpolitischen Kurs fort, die Zahl der Schulstandorte zu reduzieren, dabei aber die verbleibenden Schulen zu modernisieren.“

Die Schafhausener und Grebbener Bevölkerung werde von den Ortsvorstehern Helmut Frenken aus Oberbruch und Guido Schluns aus Schafhausen zu einer gemeinsamen Bürgerversammlung eingeladen und dabei über die vorgesehenen Maßnahmen informiert. Dabei soll alles erörtert und besprochen werden. Erst dann soll die endgültige Entscheidung über die Zukunft der Grundschule fallen.