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CDU-Stadtverband Heinsberg diskutiert Thema Verkehr

Mobilität im Kreis Heinsberg : Zu wenig Fachfirmen verstehen sich auf Radwegebau

Eine Podiumsdiskussion zum Thema Verkehr und die Ehrung langjähriger Mitglieder und Wahlen standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbands in der Begegnungsstätte.

Die Thematik Verkehr gehöre derzeit sicherlich zu den am häufigsten diskutierten, stellte Vorsitzender Kai Louis in seiner einführenden Rede heraus. „Kontroverse Fragestellungen und Themen in diesem Kontext gibt es schließlich ausreichend.“ Er nannte Stichworte wie E-Mobilität, Diesel-Fahrverbot, Verkehrskollaps oder Radwege als derzeit in den Medien häufig genannte Begriffe.

Diskutieren sollten die Thematik auf dem Podium mit den CDU-Vertretern drei Fachleute: Dr. Roman Suthold, Leiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Nordrhein, Christoph Göddecke, Geschäftsbereichsleiter Planung bei der Rurtalbahn und Hartmut Schiszler, zweiter Vorsitzender des ADFC-Kreisverbands Heinsberg.

Der ADAC verstehe sich als „Mobilitätsdienstleister“, betonte Suthold bei der kurzen Vorstellungsrunde. Wenn also ein Umstieg aufs Rad gewünscht sei, müsse dafür auch eine entsprechende Infrastruktur vorgehalten werden. In Köln habe er jedoch gerade die Beobachtung gemacht, dass dort sogar ein Streifen einer Straße für die Radfahrer gesperrt worden sei, der jedoch gar nicht genutzt werde.

Göddecke verdeutlichte für die Bahnstrecke Heinsberg-Lindern den Zusammenhang zwischen der Deutschen Bahn als Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU), der Nahverkehr Rheinland als Aufgabenträger und der Rurtalbahn als öffentlichem Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen (EIU). In puncto weiterer Attraktivierung der Bahnstrecke Heinsberg-Lindern etwa durch eine dichtere Taktung sprach er die Notwendigkeit eines Kreuzungsbahnhofs etwa in Höhe von Porselen an.

Den Wunsch nach einem Mobilitätsgesetz für Nordrhein-Westfalen, wie es in Berlin seit Juni dieses Jahres gilt, äußerte Schiszler. Dieses Gesetz schreibt vor, dass Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel in der Verkehrsplanung künftig vorrangig vor dem Autoverkehr zu behandeln.

In der anschließenden Diskussion mit den Experten nahm das Thema Radwege den breitesten Raum ein. In Bezug auf die notwendige Verbesserung der Infrastruktur für den Verkehr wurde deutlich, dass es derzeit viel zu wenig Fachfirmen gibt, welche die vorherrschende Auftragslage in diesem Bereich bedienen könnten.

30 Vertreter und Ersatzvertreter wurden im Rahmen der Stadtverbandsversammlung gewählt zur Kreisvertreterversammlung, wo wiederum Vertreter und Ersatzvertreter für die Landesvertreterversammlung der CDU gewählt werden. Dort finden dann die Wahlen zur Landesliste für die Europawahl 2019 statt.

Geehrt wurden schließlich alle Mitglieder, die der Partei seit mindestens 40 Jahren angehören. Früher wie heute werde die CDU von ihren Mitgliedern getragen, blickte Louis in seiner Ansprache kurz zurück zur Gründung der Partei vor mehr als 70 Jahren im Juni 1945. „Uns treu verbundene Mitglieder sind ein wesentliches Fundament unserer erfolgreichen Parteigeschichte“, zitierte er aus der Urkunde für alle Jubilare der Partei.

Für 40 Jahre Parteizugehörigkeit geehrt wurden Josi Geiser (Ortsverband Kirchhoven), Dr. Gottfried Dohmen (Heinsberg) sowie Heinz Esser, Willi Heinrichs und Peter Schippers (Dremmen). Seit 50 Jahren der CDU treu sind Theo von Birgelen, Erich Gerards, Erich Schruff und Heinrich Windeln (Heinsberg), Willy Dautzenberg, Adolf Ehrenfeld und Matthias Lambertz (Schafhausen/Schleiden), Wilhelm Diederichs (Oberbruch), Hans Dohmen, Heinz Franken, Willy Joeris und Friedrich Lückge (Randerath/Uetterath/Himmerich). Gar schon sei 60 Jahren gehört zudem Theo Esser aus dem Ortsverband Dremmen der CDU an. Die Ehrung mit Anstecknadel und Urkunde übernahm der stellvertretende Landrat Willi Paffen.