Heinsberg: CDU-Heinsberg: Basis will künftig mehr diskutieren

Heinsberg: CDU-Heinsberg: Basis will künftig mehr diskutieren

Zwei neue Gesichter hat der Vorstand des CDU-Stadtverbands Heinsberg seit den Neuwahlen in der Heinsberger Stadthalle. Kai Louis aus Karken, bisher Vertreter der Jungen Union im Vorstand, wurde nach dem Rückzug von Jo Reiners zu einem der beiden stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Der 29-Jährige, der Leiter des Amtes für Finanzen und Beteiligungen in der Heinsberger Stadtverwaltung ist, erzielte das Traumergebnis von 97 Prozent Ja-Stimmen. Ebenfalls neu in den Vorstand gewählt wurde als Schatzmeister Stefan Storms. Mit knapp 90 Prozent Ja-Stimmen trat der 41-jährige Kreisvermessungsamtsrat beim Kreis Heinsberg und Ortsvorsteher von Kirchhoven die Nachfolge von Wilfried Oellers an, der dieses Amt vier Jahre inne hatte und jetzt Bundestagskandidat der CDU ist.

In ihrem Ämtern bestätigt wurden Vorsitzender Herbert Eßer (94 Prozent), die stellvertretende Vorsitzende Ellen Florack (93 Prozent), Schriftführer Guido Schluns (93 Prozent) und sein Stellvertreter Michael Dörstelmann (74 Prozent).

Tradition heiße nicht, Asche zu bewahren, sondern die Glut anzufachen, forderte Eßer in seiner Rede vor den knapp 140 anwesenden Mitgliedern der Partei. So mancher Richtungsstreit müsse dabei ausgetragen werden, „das schwächt nicht, sondern stärkt“, so der Stadtverbandsvorsitzende. „Ich meine, eine Partei kann gar nicht zu viel diskutieren.“

Auch an der Heinsberger Basis solle künftig wieder mehr diskutiert werden, forderte er. Dies habe auch Generalsekretär Bodo Löttgen bei seinem Besuch in einer Kreisvorstandssitzung Ende vergangenen Jahres deutlich zum Ausdruck gebracht. „Unsere Anregungen sind auch gefragt für das zu erstellende Regierungsprogramm“, erklärte er und wies auf die Beteiligungsaktion der Partei unter dem Motto „Was mir am Herzen liegt!“ hin. Ebenso habe er mit dem neuen Kandidaten Wilfried Oellers vereinbart, dass er — so er gewählt wird — den Mitgliedern in regelmäßigen Abständen für Diskussionen zur Verfügung steht.

„Gemeinsam mit den Ortsverbandsvorsitzenden werden wir in unserem Stadtverband dafür einen Veranstaltungsturnus festlegen, bei dem mehrere Ortsverbände zusammengefasst werden“, so Eßer.

799 Mitglieder zählt der Stadtverband derzeit, im Vergleich zu 831 im Vorjahr. 35 neuen Mitgliedern stünden 20 Todesfälle und 47 Austritte gegenüber, so Esser, und damit ein Mitgliederrückgang um insgesamt 3,8 Prozent. Das Durchschnittsalter der Heinsberger CDU-Mitglieder liegt bei knapp 59 Jahren. Fast 50 Prozent der Mitglieder sind 60 Jahre oder älter. „Viele junge Menschen wählen zwar die CDU, wollen sich aber nicht binden“, stellte Eßer fest. Das sei der Trend einer individualistisch geprägten Zeit.

Auch zum aktuellen Thema Sekundarschule nahm Eßer Stellung: „Es ist bedauerlich, dass diese neue Schulform in Heinsberg nicht in-stalliert werden kann“, sagte er. Die Entscheidung dafür sei von einer breiten Basis innerhalb der Partei getragen worden.

„In Partei und Fraktion wurde dabei die Kompetenz von Personen eingebunden, die über jahrzehntelange Erfahrung im Schuldienst verfügen.“ Dass die Sekundarschule eine moderne und zeitgemäße Schulform sei, zeige sich doch schon daran, dass wohl über 30 Kinder aus dem Stadtgebiet zum nächsten Schuljahr an der Sekundarschule Haaren angemeldet worden seien.