Bundesverdienstkreuz für Ehrenbürgermeisterin Hedwig Klein

Bundesverdienstkreuz für Hedwig Klein : Stets das Wohl aller im Blick

Die Ehrenbürgermeisterin Hedwig Klein wurde in Würdigung ihrer Verdienste für die Gemeinschaft in und um Wegberg vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Zur Verleihung hatte Landrat Stephan Pusch in die Wegberger Mühle eingeladen.

Viele Mitglieder aus Rat und Verwaltung, Weggefährten, Freunde und Familienangehörige Kleins waren der Einladung gefolgt und nahmen an der Feierstunde teil.

Bürgermeister Michael Stock hob vor allem Kleins Verdienste im Bereich des Stadtmarketings in ihrer Zeit als erste hauptamtliche Bürgermeisterin Wegbergs (1999 bis 2009) hervor. Dabei habe sie es verstanden, Bürger und Verwaltungsmitarbeiter gleichermaßen mitzunehmen bei dem Prozess, der einige Jahre andauern sollte. „Durch dein Engagement ist Wegberg um einiges reicher geworden“, betonte er. Vieles von dem, was sie angestoßen habe, mache die Stadt noch heute lebenswerter und vielfältiger. Als Beispiele nannte er den ersten Nordic-Walking-Park in der Region, den Wohnmobilplatz, die dörflichen Treffpunkte vor Ort sowie ein neues Logo, den Kulturring, die Kunstoffensive und den Kultursommer auf dem Rathausplatz. Meilensteine waren die Eröffnung des Forums im Jahr 2003 und die Verlegung des Standesamtes ins Kloster (2007) sowie die Eröffnung einer Atelieretage für zehn Künstler im Kloster. 2003 wurde auch die damalige Ramacher Mühle erworben, umgebaut und als Wegberger Mühle zum Treffpunkt für Vereine und Stätte der Kultur.

Als „in der Summe herausragend“ bezeichnete Landrat Stephan Pusch die Verdienste der Geehrten. Er bescheinigte ihr, dass das Engagement für ihre Heimatstadt eine Herzensangelegenheit sei. Vor allem aber endete es nicht mit ihrem Ausscheiden aus dem Berufsleben vor zehn Jahren. Im Gegenteil, denn ihr Tatendrang blieb vom Ruhestand unberührt. Denn auch als Vorsitzende des Fördervereins Abbé George brachte sie sich ein und unterstütze den Bau einer Kinder- und Krankenstation in Burundi. Seit 2007 wurden für diesen Zweck rund 400.000 Euro gesammelt. Nun soll aus der Station ein Krankenhaus werden.

Hedwig Klein sei stets „eine Klammer“ in Wegberg gewesen, die vieles zusammengehalten und Interessen zusammengeführt habe, erklärte Stock. Als Moderatorin solcher Prozesse habe sie stets das Wohl aller im Blick gehabt.

Seit dem Ende ihrer politischen Tätigkeit ist Hedwig Klein aber auch für die Pfarrei St. Martin aktiv, wie Pfarrer Franz Xaver Huu Duc Tran hervorhob. Als Wortgottesdienstleiterin, bei der Betreuung von Flüchtlingen, als Kommunionhelferin, Lektorin und im Beerdigungsdienst ist sie aktiv. Tran verglich sie mit einer Speicherplatte, einem Feuerzeug und einer Batterie, um ihr Wirken zu beschreiben. Schließlich jedoch zog er eine Priester-Stola hervor. „Wenn die Kirche bei ihren Reformen mit uns Schritt gehalten hätte, könnten Sie dieses Band der Einheit heute tragen“, sagte er in Kleins Richtung.

Die Geehrte erinnerte an ihre Eltern sowie einige Lehrer und Geistliche, die sie auf ihrem Lebensweg geprägt und sie in ihrem Tun bestärkt hätten. „Ich habe viel Vertrauen geschenkt bekommen und bin dankbar für den Verlauf meines Lebens“, resümierte sie und versicherte, alles noch einmal so zu tun, wenn sie die Möglichkeit dazu hätte.

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