Wassenberg: Bürgerinitiative gegen Windkraft im Birgelener Wald formiert sich

Wassenberg: Bürgerinitiative gegen Windkraft im Birgelener Wald formiert sich

Die Gegner der geplanten Windkraftanlagen im Birgelener Wald haben sich in einer Bürgerinitiative formiert. Die Gruppe mit dem Namen „Rettet den Birgeler Urwald“ will in der kommenden Woche mit einer Demonstration ein Zeichen gegen die geplanten Windkraftanlagen im Wald setzen.

Die Initiative hatte zuvor 1000 Flyer an Haushalte in Wassenberg und Wegberg verteilt. Diese Woche fand das erste öffentliche Treffen statt. Dazu kamen gleich knapp 100 Interessierte, um sich über den Stand der Dinge zu informieren und ihre Kritik anzubringen. „Ich habe mich gefreut, dass so viele Leute gekommen sind“, sagte Carsten Schulze von der Bürgerinitiative. 92 der Teilnehmer hätten sich auch gleich auf einer Unterschriftenliste gegen die Windräder eingetragen. Einige Anwohner hätten Ängste geäußert, dass ihre Grundstücke an Wert verlieren. Andere kritisierten in erster Linie, dass ein Teil des Waldes zerstört werde und dass es mit der Ruhe im Birgelener Wald bald ein Ende habe.

Bei diesem Treffen sprachen auch Michael Straube vom Naturschutzbund Nabu und Robert Seidl, Fraktionsvorsitzender der Wassenberger Grünen, die im städtischen Fachausschuss als einzige Fraktion gegen die Windräder im Wald gestimmt hatten.

Die Stadtverwaltung und die politische Mehrheit waren dem Vorschlag eines Planungsbüros gefolgt, eine 53,4 Hektar große Fläche im Birgelener Wald als Konzentrationszone für die Windkraft auszuweisen. Die Konsequenz daraus ist, dass dort vier 200 Meter große Windräder gebaut werden können. Ein entsprechender Antrag eines Investors liegt dem Kreis Heinsberg bereits vor.

Laut Stadt sei das die einzige infrage kommende Fläche, die eine sogenannte Ausschlusswirkung garantiert. Das heißt, dass nirgendwo sonst im Stadtgebiet Windräder genehmigt werden müssten. Die anderen denkbaren Flächen seien dafür zu klein, sagte Kämmerer Willibert Darius zuletzt im Interview mit unserer Zeitung.

Gleichwohl kam nach Bekanntwerden der Pläne viel Kritik von Anwohnern und den Mitgliedern des Campingvereins „Die Bockreiter“, die ein Areal mitten im Birgelener Wald nutzen. Auch Naturschützer kritisierten die Pläne.

Die Bürgerinitiative tritt nun mit dem Ziel an, das Waldstück in seiner jetzigen Form zu erhalten. „Wir wollen den Birgelener Wald retten. Das ist unser Hauptziel“, sagt Schulze. „Ich bin nicht gegen Windkraft. Aber muss es denn wirklich im Wald sein? Ich finde: Nein.“

Mehr von Aachener Zeitung