Heinsberg-Oberbruch: Bürgerentscheid: Kühler November wird zur „heißen Phase“

Heinsberg-Oberbruch: Bürgerentscheid: Kühler November wird zur „heißen Phase“

Offiziell beschlossen ist er noch nicht, der 27. November dieses Jahres als Termin für den Bürgerentscheid in Sachen Oberbrucher Freibad, aber es gehört keine hellseherische Begabung dazu, ihn schon als fix zu betrachten.

In der Heinsberger Ratssitzung dürfte es am morgigen Mittwoch hierzu grünes Licht geben, denn die Entscheidung der Ratsmehrheit über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens „Wiedereröffnung des Freibades Heinsberg Oberbruch“ wird mit großer Sicherheit ebenso reine Formsache sein wie im Anschluss die Ablehnung des Bürgerbegehrens.

Somit nimmt das Prozedere zum Bürgerentscheid zum zweiten Mal in der Heinsberger Kommunalgeschichte nach dem zum Thema Schulretter vor wenigen Wochen erneut seinen Lauf.

Aller Voraussicht nach werde er es selbst sein, sagt Alfred Geiger, der im Rat noch einmal den Standpunkt der Oberbrucher Bürgerinitiative vor den Ratsmitgliedern öffentlich darlegen könne. Gemeinsam mit Martina Currie und Evelyn Wallrafen vertritt er die Interessen derjenigen, die für das Bürgerbegehren ihre Unterschrift leisteten. Die Rede steht bereits.

„Wir sind nach wie vor positiv gestimmt und haben unsere Meinung nicht geändert“, sagt Geiger. Bei seiner Rede allein soll es übrigens nicht bleiben. Er werde Jakob Gerards als Chef der Stadtwerke, die ja bekanntlich für das Betreiben des Freibades zuständig waren, einen kleinen Fragenkatalog überreichen. Zum Abschluss der Badesaison befasst sich dieser unter anderem damit, wie viele Stunden von der Stadt im Freibad in Kirchhoven geleistet worden seien und ob es Probleme gegeben habe, die bislang noch nicht öffentlich bekannt wurden.

Außer auf Facebook, wo eine rege Aktivität herrsche, sei es im Augenblick ein wenig ruhiger geworden um die Oberbrucher Freibadretter, bestätigt Alfred Geiger. Doch das sei durchaus beabsichtigt. „Wir haben von den Schulrettern gelernt“, sagt Geiger.

Diese waren im Gegensatz zu den Oberbrucher Freibadrettern durch Demonstrationen, Plakate, Stellungnahmen und Leserbriefe in der Wahrnehmung der Heinsberger Bürger weit häufiger präsent. Doch die Freibadretter haben den Eindruck gewonnen, dass manche Heinsberger darüber schon ein wenig genervt waren.

„Aktionen wollen wir daher erst ein paar Wochen vor dem Bürgerentscheid machen“, sagt Geiger. Was genau umgesetzt werden soll, stehe noch nicht fest. „Wir bieten die Chance, das Freibad zu retten. Jetzt müssen die Menschen selbst entscheiden, ob sie zur Wahl gehen.“

Schon jetzt stelle er allerdings fest, dass die Bürgerinitiative in der Bevölkerung Anerkennung finde. „Ich werde von Leuten angesprochen, die ich gar nicht kenne.“ Die Resonanz reiche vom Zuspruch bis zu interessierten Fragen nach dem Stand der Dinge. Und der dürfte ab morgen für den November eine entgegen der üblichen Wetterprognosen „heiße Phase“ voraussagen.