Bürger sollen Oberbruch mitgestalten

Workshops geplant : Bürger sollen Oberbruch mitgestalten

Es wird spannend in Oberbruch. So viel lässt sich jetzt schon sagen. Nachdem die Festhalle bereits durch ein beispielhaftes Bürgerengagement mit Unterstützung der Stadt eine Art Wiedergeburt erfahren hat, sind die Bürger erneut gefragt.

Diesmal jedoch vor allem als Ideengeber. „Denn die Umnutzung des ehemaligen Freibades mit seinen anschließenden Flächen ist eine einmalige Chance für eine städtebauliche sowie freiraumplanerische Neuentwicklung inmitten von Oberbruch“, sagt Bürgermeister Wolfgang Dieder.

Im neu gestalteten Bereich der Wurm bestehe die Möglichkeit, zentrumsnahen Frei- und Wohnraum mit besten Lagequalitäten zu entwickeln – und zwar so, dass dieser sich sinnvoll in die bestehenden Strukturen und den Stadtteil einfüge. Daher habe die Stadt ein Workshopverfahren für Landschaftsarchitekten in Zusammenarbeit mit Stadtplanern ausgeschrieben. Die frühzeitige Einbeziehung der Öffentlichkeit in den Planungsprozess ist fester Bestandteil des Verfahrens. Das Planungsbüro ISR Innovative Stadt- und Raumplanung GmbH wird das Verfahren begleiten.

Ziel des Verfahrens ist die Definition einer adäquaten und nachhaltigen Nutzung des ehemaligen Freibades mit seinem Außengelände und anschließenden Flächen. Es soll ein lebendiger Bürgerpark für die Oberbrucher Bevölkerung entstehen, der sich durch eine räumlich-funktionale Verknüpfung mit den angrenzenden Grün- und Freizeitflächen sowie einem zeitgemäßen Wohnangebot für unterschiedliche Ansprüche auszeichnet.

Der Bürgerpark soll sich über das Plangebiet 1a der nebenstehenden Grafik erstrecken. Westlich des ehemaligen Freibadgeländes, angrenzend an die Boos-Fremery-Straße, soll eine städtebauliche Entwicklungskonzeption für Oberbruch mit dem Schwerpunkt Wohnen, Dienstleistung und kleinteilige Handelsnutzungen (wie zum Beispiel Läden) konzipiert werden (Plangebiet 1b).

Die Grenze zwischen diesem Entwicklungsareal und dem neu zu entwickelnden Bürgerpark auf dem ehemaligen Freibadgelände sei „konzeptabhängig zu definieren“, erläutert Dieder. „Integriert in das Verfahren sind zwei Ideen teile, zum einen für die Vernetzung des Plangebietes über die Grünachse längs der Wurm (Plangebiet 3) mit den angrenzenden Stadtgebieten sowie zum anderen eine Konzeption für das südlich des Schulgeländes gelegene Freigelände (Plangebiet 2). Für das Freigelände südlich der Schule soll eine Idee aufgezeigt werden, wie dieses Areal langfristig genutzt werden kann und inwiefern hierfür ein entsprechender Mehrwert für die Schüler und Bürger Oberbruchs entsteht.“

Da das Areal für den neuen Bürgerpark bereits eine intensive grüne Vorprägung besitzt, steht schon jetzt fest, dass von dem Planungsbüro, das letztlich den Zuschlag erhalten wird, durch die Stadt ein „sensibler Umgang mit den vorhandenen Vegetationsstrukturen“ und deren weitgehende Erhaltung erwartet wird. Schon bei der Schließung des Freibades war deutlich geworden, dass auch der Sprungturm von vielen Bürgern als schützenswert angesehen wird. Auch dem möchte die Stadt Rechnung tragen. Sie kann sich den Erhalt des Sprungturmes in neuer Funktion als Landmarke im Park vorstellen. Entsprechende Konzeptionen seien daher zu entwickeln.

Die vorhandenen Gebäude der Freibadnutzung werden ebenfalls als grundsätzlich erhaltensfähig eingestuft. „Durch einen kirchlich-sozialen Träger wurde bereits nachgefragt, ob nicht am Rande des Bürgerparks Räume für Jugendliche errichtet werden können“, erläutert Dieder. Es sei daher zu prüfen, inwieweit die Bestandsgebäude hier Optionen böten oder ob andere Räumlichkeiten insbesondere für Jugendeinrichtungen am Rande des Parkes errichtet werden können.

Rund um das ehemalige Freibad in Oberbruch soll vieles neu entwickelt werden. Die Bürger sind darin intensiv eingebunden. Foto: Rainer Herwartz

Selbst Gastronomie im Park sei denkbar, so der Bürgermeister. Vermutlich habe es hier Sinn, diese mit den vorhandenen Einrichtungen der angrenzenden Festhalle zu kombinieren. Grundsätzlich sei der Bürgerpark aber mit Verweil- und Spielangeboten für alle Altersgruppen zu gestalten.

„Zum Start des Verfahrens werden wir mit Schülern, Nachbarn und der Bürgerschaft Oberbruchs einen Informations- und Ideennachmittag durchführen (siehe Beisteller). Neben allgemeinen Informationen zum Verfahren wird den Besuchern im Rahmen der Veranstaltung die Gelegenheit gegeben, ihre Ideen mit der Stadt zu diskutieren“, sagt Dieder. Die Ergebnisse dieser Diskussion würden den potentiellen Planern zur Verfügung gestellt, die bei der Veranstaltung als „Zuhörer“ anwesend sein sollen. Im Anschluss an die erste Bearbeitungsphase sollen die Planer dann ihre ersten Lösungsansätze in einer Werkstatt vor der Jury und der Öffentlichkeit präsentieren.

Dabei erhalten die Bürger Gelegenheit, die Entwürfe im Dialog mit den Planern zu diskutieren und Rückfragen zu stellen. Im Anschluss an eine zweite Bearbeitungsphase erfolgt eine öffentliche Abschlusspräsentation. Später ist auch noch eine Ausstellung des Siegerentwurfes in Oberbruch geplant.

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