Erkelenz: Broschüre: Auf 28 Seiten Erkelenz neu entdecken

Erkelenz: Broschüre: Auf 28 Seiten Erkelenz neu entdecken

Im neuesten Band seiner Schriftenreihe „Rheinische Kunststätten“ widmet sich der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz der Erkelenzer Innenstadt. Die 28-seitige Broschüre ist schon der zweite Band über Erkelenz.

Der erste war in den 60er Jahren noch in Zusammenarbeit mit Friedel Krings entstanden, wie Günther Merkens bei der Vorstellung der Broschüre im Alten Rathaus betonte. Die Texte im nun erschienenen Heft 556 wurden vom Mannheimer Hochschuldozenten Professor Dr. Hiram Kümper und seiner Ehefrau Christina Clever-Kümper erstellt. Kümper sei mittlerweile ein Kenner der Stadt geworden, erklärte Merkens. Der Historiker arbeitet auch an der Übersetzung der Baux-Chronik, die im kommenden Jahr erscheinen soll.

Zweiter Blick lohnt sich

„Erkelenz hat viel zu bieten, aber man muss mitunter zweimal hinschauen“, erklärte Professor Kümper bei der Vorstellung der Broschüre. Er selbst sei eher zufällig bei Recherchen zu einem anderen Thema auf Erkelenz gestoßen. Dort habe er aber das Glück gehabt, Hubert Rütten vom Heimatverein zu begegnen.

Die Arbeit des Erkelenzer Heimatvereins habe ihn beeindruckt und ihm einen Zugang zur Geschichte der Stadt gegeben. Als er Anfang 2014 vom Rheinischen Verein den Auftrag für die Broschüre bekommen hatte, war schnell klar, dass der Heimatverein mit im Boot sein würde.

Der hatte sich nämlich selbst schon mehrmals um eine Neuauflage der Broschüre über Erkelenz bemüht. Nun konnte er maßgeblich zur Umsetzung beitragen, denn ohne die garantierte Abnahme von 2000 Exemplaren hätte das Heft nichtrealisiert werden können.

Darauf wies auch der Vorsitzende des Rheinischen Vereins, Professor Dr. Heinz Günter Horn, hin. Das Engagement des Heimatvereins habe ihn beeindruckt. „Früher durfte man das Wort Heimat nicht in den Mund nehmen, weil es fast anrüchig klang“, erklärte er.

Doch das habe sich gewandelt. Der Wert der Heimat zeige sich auch in der Verwurzelung der Menschen. „Niemand muss in Erkelenz leben“, betonte er. „Aber die Erkelenzer wollen es. Und das hat einen Grund.“

Das Heft ist wie ein Stadtrundgang aufgebaut und führt zu den einzelnen Stationen, die auch thematisch aneinander anschließen. Vom Bahnhof her kommend führt der Weg zum Marktplatz. Diesen bezeichnete Kümper als einen Platz, „auf dem man sich wohlfühlen kann“.

Rathaus und Kirche bildeten ein Ensemble, das sich dem Betrachter aus der Entfernung nicht erschließt. Von dort aus geht es über die Brückstraße und den Pangel zur Burg und zurück in den Stadtkern.

Auch die Route gegen das Vergessen, die der Heimatverein entwickelt hat, findet in der Broschüre Erwähnung. Kümper und seine Frau wissen zu den einzelnen Bauten, auf die sie eingehen, viel Wissenswertes zu erzählen. Der Kirche St. Lambertus, ihrer Innenausstattung und dem Altar haben die beiden Historiker mehrere Seiten gewidmet.

Bislang, so betonte Christina Clever-Kümper, habe der Besucher darauf vertrauen müssen, jemanden vor Ort anzutreffen, der etwas zu erzählen wusste. Mit der Broschüre kann man sich nun selbstständig auf Entdeckungstour zu den Erkelenzer Kunststätten begeben.

Hubert Rütten vom Heimatverein lobte die Broschüre als gute Grundlage für die Stadtführungen, zu denen der Heimatverein regelmäßig Neubürger und Interessierte einlädt. Erhältlich ist sie für drei Euro in den Buchhandlungen Viehausen und Wild sowie in der Geschäftsstelle des Heimatvereins über der Stadtbücherei.