Bildungsmaßnahme der AWO und Arbeitsagentur führt Fabian Keuter nach Italien

Auslandspraktikum : Arbeitssuchende für Europa begeistern

Wenn einer eine Reise tut, dann hat er viel zu erzählen. Wenn es sich bei dieser Reise um ein Auslandspraktikum handelt, hat man nicht nur viel zu erzählen, sondern auch künftigen Arbeitgebern einiges zu bieten; wie bei Fabian Keuter aus Übach-Palenberg.

Er besucht derzeit eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, die die AWO im Auftrag der Bundesagentur für Arbeit durchführt.

Im Rahmen der Bildungsmaßnahme absolvierte er ein vierwöchiges Auslandspraktikum bei Schaeffler Technologies AG & Co. KG an den Standorten Debrecen in Ungarn und in der italienischen Metropole Mailand. „Wir möchten insbesondere Jugendlichen ein Auslandspraktikum ermöglichen, die bislang noch keine Erfahrungen mit anderen Ländern und Kulturen sammeln konnten. Gerade hier in der Euregio Maas-Rhein, wo regelmäßige Kontakte zu unseren europäischen Nachbarn in den Niederlanden und Belgien zum Alltag vieler Menschen gehören, sollten wir Vorreiter für einen gesamteuropäischen Austausch sein“, so Friedhelm Rößler, von der Arbeitsagentur Aachen-Düren.

Das sich dieser Austausch nicht nur auf unsere unmittelbaren Nachbarn beschränkt, beweist die Initiative „Experiencing Europe“, welche von der Strategieberatung Oliver Wyman und dem Technologieunternehmen Continental ins Leben gerufen wurde und inhaltlich von den Firmen Schmitz Cargobull, der Schaeffler-Gruppe und dem Caritas CSR-Kompetenzzentrum in Stuttgart getragen wird. Mittlerweile haben sich dieser Initiative noch weitere Unternehmen angeschlossen.

Auch die Bundesagentur für Arbeit unterstützt die Initiative „Experiencing Europe“, die sich zum Ziel gesetzt hat, arbeitssuchende junge Erwachsene durch die Vermittlung internationaler Praktika für ein vereintes Europa zu begeistern. Dass die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte für ein gemeinsames Europa nicht selbstverständlich sind, bemerkt man derzeit an den immer lauter werdenden Rufen nach Abschottung und Protektionismus. Daher ist es wichtig, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen in anderen Kulturen zu machen.

Auch auf dem Arbeitsmarkt haben Bewerber mit Auslandserfahrung und Fremdsprachkenntnissen gute Chancen. Ralf Wendt, Mitarbeiter der AWO und zuständig für die berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, war selbst mehrere Jahre beruflich im Ausland unterwegs. „Als uns die Berufsberatung der Arbeitsagentur in Geilenkirchen über die durch die Regionaldirektion NRW unterstütze Initiative „Experiencing Europe“ informierte, waren wir begeistert, dass nun auch ausbildungsplatzsuchende junge Leute die Möglichkeit haben, ein Praktikum im Ausland machen zu können. Ein solches Praktikum sieht nicht nur gut im Lebenslauf aus, sondern motiviert auch sich größeren Herausforderungen zu stellen.“

Auch Fabian Keuter möchte seine Erfahrungen und Erlebnisse in Ungarn und Italien nicht missen. „Zuerst hatte ich einige Bedenken, alleine für vier Wochen ins Ausland zu gehen, zumal ich vorher noch nie in Italien und Ungarn war. Ich wurde jedoch von den Mitarbeitern der AWO – sowohl organisatorisch als auch sprachlich – sehr gut auf mein Praktikum vorbereitet. Auch meine Eltern und Freunde fanden diese Idee gut und haben mir Mut zugesprochen und mich bei meinen Plänen unterstützt.“

 In Ungarn erhielt er Einblicke in die Bereiche CNC-Technik, Pneumatik sowie in die Logistikabteilung. Nach diesen zwei Wochen ging sein Flieger ins italienische Mailand. Dort arbeitete er in der Abteilung Kundenservice und half in der Marketingabteilung bei der Planung eines Firmenevents. Die Kommunikation mit den Kollegen erfolgte auf Englisch, was für Fabian Keuter kein großes Problem darstellte.

Neben seiner Arbeit hatte er auch noch die Möglichkeit Land und Leute kennenzulernen. „Besonders gut gefallen hat mir die offene und freundliche Art der Menschen vor Ort. Zu einigen Kollegen habe ich über die sozialen Medien immer noch Kontakt“, schwärmt Fabian Keuter.  Seine berufliche Zukunft sieht er im Metallbereich. „Durch mein Praktikum in der Metallwerkstatt in Debrecen, habe ich mich in meinen Berufswunsch bestätigt gefühlt und strebe nun eine Ausbildung zum Metallbauer an. „Meine Ausbildung möchte ich zwar in Deutschland machen, aber nach meiner Ausbildung kann ich mir durchaus vorstellen im Ausland zu arbeiten.“

(red)
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