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Fotoclub Hückelhoven stellt aus: Bilder mit langem Haltbarkeitsdatum

Fotoclub Hückelhoven stellt aus : Bilder mit langem Haltbarkeitsdatum

Eine spannende Ausstellung präsentiert derzeit der Fotoclub Hückelhoven im Alten Rathaus in Ratheim. Es geht um Menschen, Landschaften und Formen.

Die Jahresausstellung des Fotoclubs Hückelhoven bietet dem Besucher die Gelegenheit, sich mit den vielfältigen Möglichkeiten zu beschäftigen, die sich ergeben, wenn man den Fotoapparat zu mehr nutzt als nur zu einem schnellen Bild mit kurzem Verfallsdatum.

Die zwölf Mitglieder des Fotoclubs mit ihrem Vorsitzenden Heinz Beckers setzen sich schon viele Jahre intensiv mit der Fotografie auseinander. Über die regelmäßigen Clubtreffen hinaus fanden alleine in diesem Jahr drei Sonderveranstaltungen statt: eine Fotofahrt nach Oberhausen, eine Fotoexkursion zum beeindruckenden Leitz-Park in Wetzlar und ein Workshop zu Neuerungen im Bereich des Photoshops. In den Ausstellungsräumen des Alten Rathauses in Ratheim ist nun deutlich zu sehen, dass bei einer so intensiven Beschäftigung mit der Fotografie etwas hängen geblieben ist.

Jeder der zwölf Aussteller hat genügend Hängefläche zur Verfügung, um dem Betrachter der Ausstellung einen Eindruck von dem zu vermitteln, was ihn gerade umtreibt. Dorothea Flaskamp, die einzige Frau im Club, verzichtet in ihren Bildern ganz auf die Darstellung des Menschen. Sie hat sehr schöne Raumansichten mit ins Rathaus gebracht, die sie etwa im Museum Küppersmühle in Duisburg oder im Museum Folkwang in Essen entdeckt hatte. Flaskamp hat auf eine Nachbearbeitung ihrer Aufnahmen verzichtet und gibt den Blick wieder, der sich ihr bot, als sie ihre Kamera vorbei an Ausstellungswänden in den nächsten Museumsraum richtete. Das Licht spielt hierbei seine Rolle, aber vor allem die harmonische Anordnung der so gut wie leeren Wandabschnitte.

Die Landschaftsfotografie findet man bei Heinz Beckers in ihren vielfältigen Erscheinungsformen, als einsamer Küstenstreifen, als Szene aus dem Braunkohleabbaugebiet, als abenteuerlich anmutende Industrielandschaft oder als Collage einer Hafenszene.

Dr. Hans-Uwe Steinberger hat seine Motive unter anderem auf Bahnhöfen gefunden. Ihn hat die Symmetrie fasziniert, die die Waggons eines Regional-Express darbieten, wenn man den richtigen Bildausschnitt wählt.

Günter Passage zeigt in seinen Bildern Menschen, alte, junge, hübsche und weniger hübsche, im In- und Ausland aufgespürt, und alle mit dem Blick des Fotografen für das Wesentliche der jeweiligen Szene festgehalten.

Klaus Flaskamp präsentiert in seinen Fotografien Formen und Strukturen. Zu entdecken ist eine schön geschwungene, an eine Schneckenmuschel erinnernde Form, bei der man nur raten kann, was hier dargestellt ist; vielleicht eine Treppe, von unten aufgenommen? Mit Formen, aber dieses Mal in der Landschaft wahrgenommen, hat sich auch Stefan Holstein auseinandergesetzt. Dieter Grins präsentiert den Ausstellungsbesuchern seine fotografischen Eindrücke der Zeche Zollern in Dortmund. Grins hat für seine Fotografien das klassische Schwarz-Weiß gewählt. Dabei hat er für einige Detailaufnahmen von rostigen Ketten und Apparaturen eine leichte Tonung vorgenommen, die den verwitternden Charme der dargestellten Gegenstände unterstreicht.

Reinhard Poth, Reiner Krauss, Heinz Hüsgen, Bodo Schwellnus und Adrian Schmitz tragen mit ihren Bildern ebenfalls zu einer sehenswerten Fotoausstellung bei.

Der Vereinsvorsitzende Heinz Beckers zitierte in seiner Begrüßungsansprache bei der Vernissage den weltbekannten Künstler Joan Miró mit der Anmerkung: „Du kannst ein Bild für eine Woche anschauen und nie wieder daran denken. Andererseits kannst du ein Bild nur für eine Sekunde anschauen und es nie wieder vergessen.“ Beckers wünschte den Ausstellungsbesuchern, „dass Sie unsere Bilder betrachten, egal wie lange – aber natürlich mindestens eine Sekunde –, und dass ein klein wenig davon hängen bleibt und in ihren Gedanken verweilt.“

Die Jahresausstellung des Fotoclubs Hückelhoven ist am Dienstag, 1. November, noch kostenlos zu besichtigen im Alten Rathaus Ratheim, Ratheimer Markt 1, und zwar von 11 bis 18 Uhr.